Dienstag, 7. November 2017

Physiotherapie & Krankengymnastik beim Hund...


- oder ein Seminarbericht in zwei Teilen 2/2 -
Socke im September 2017


Liebe Blogleser, 

schön, dass Ihr noch Lust auf den zweiten Teil meines Berichtes habt.

Wir haben ebenfalls gelernt, wie nützlich das Targettraining in der Physiotherapie sein kann.  Beim Targettraining gibt es je nach Bedarf in der Therapie auch ein Nasentarget, ein Kinntouch, Bodentarget.

Es hilft den Hund richtig zu positionieren, um ihn untersuchen und behandeln zu können. Aus einem Bodentarget kann zum Beispiel ein bewegliches Target (Balancekissen) werden.  Ein Fingertarget kann bei Übungen zur Stärkung der Nacken- und Schultermuskulatur helfen. Aber auch Nasentarget, Kinntouch oder  Bodentarget sind hilfreich. 

 











Im weiteren Verlauf des Seminars erlernten wir Massagetechniken. Bei der Massage geht es nur um Entspannung und Wohlbefinden. Dies kann durch Atmen, Kontaktatmen, Zwischenrippenausstreichen und Zwischenraumzirkelungen erfolgen. Uns wurden Rollungen mit dem Oberschenkeln,  Reibungen sowie das Lösen von Verklebungen in leicht rollenden, nicht kneifenden Bewegungen vom Nacken bis zum Rutenansatz gezeigt. Letzteres  kennen wir aus der manuellen Therapie und haben den Eindruck, dass Socke dies dort immer besonders gerne mochte. 

Mit den Massagen glaubten wir, Socke eine große Freude machen zu können. Doch wir stellten fest, dass Socke sich in Rahmen einer solchen Veranstaltung nicht recht entspannen konnte und sie sich nicht von uns massieren ließ. Wir legten uns teilweise um Socke herum auf dem Boden, schirmten sie ab und versuchten sie zu entspannen. Socke ließ die Berührungen am Rücken nicht uneingeschränkt zu, sondern forderte ihr Bauchkraulen.


Inwieweit ihre Probleme mit den Lendenwirbeln ursächlich für das Ablehnen der Massage waren, kann ich hier nicht beurteilen. Die Tatsache, dass Sie sich zum Bauchkraulen auf den Rücken legte, spricht auf den ersten Blick nicht für diese Ursache. Die ebenfalls eingespielte Entspannungsmusik, führte eher dazu, dass wir alle drei in leichten Schlaf fielen.

Was Socke mochte war die Massage mit Hilfsmitteln, namentlich einem Kong Groomy, den wir Socke dann auch zum 7. SWAT kauften. 





Wie erwähnt wurde mit jedem der anwesenden Teilnehmer die Gangbildanalyse gemacht. Dazu wurden Videoaufzeichnungen gefertigt und mit allen Teilnehmern besprochen.

Sockes Analyse war erschreckend, denn  es wurde ihr eine Lahmheit 1. – 2. Grades attestiert. Lahmheit  zeichnet sich unter anderem durch intermittierendes Ticken, Taktfehler und Zehen schlürfen aus.
Die Lahmheit 1. Grades sieht man kaum. Beim 2. Grad der Lahmheit werden die Anzeichen deutlicher und sind beim 3. Grad der Lahmheit unübersehbar. Beim Grad 4 der Lahmheit wird oft ein Bein gar nicht mehr benutzt, es zeigen sich überall Verspannungen und Muskelverklebungen. Zudem wurde auf das Hohlkreuz hingewiesen und Sockes Gang als terriertypisch beschrieben.

Sockes Kreuz ist  - wie bereits erwähnt- rassespezifisch geformt, man sagt auch, dass der Tibet Terrier den Mond auf den Rücken trägt und natürlich ist der Tibet Terrier kein Terrier. Es handelte sich um eine Falschbezeichnung beim Eintrag der Rasse. Ich hatte dies schon öfter berichtet.

Unsere Tierphysiotherapeutin und Tierärztin hat sich die Videos angesehen und selbst eine Gangbildanalyse gemacht. Sie wies daraufhin, dass die Beschwerden bei Socke auf dem Videos zu sehen sind, wenn der Untergrund wechselt. In der Halle, in der die Videos bei dem Seminar gemacht wurden, lag teilweise Teppich, teilweise war PVC Boden verlegt. Im Übrigen waren die Anzeichen einer Lahmheit beim Arzttermin weniger deutlich zu sehen. Bei der nachfolgenden Untersuchung wurden Probleme mit dem 6. Lendenwirbel festgestellt und sofort behoben.

Insgesamt war die Gangbildanalyse sicher richtig für uns, weil sie uns motivierte, noch einmal unsere Physiotherapeutin /Schwerpunkt Chiropraktik aufzusuchen und die manuelle Therapie ruhen zu lassen. Es wurde Socke mit der ersten Sitzung schon geholfen und die nächsten (Kontroll-) Termine stehen fest. Insoweit sind wir sehr zuversichtlich, dass wir Sockes Rücken auch weiterhin mit Hilfe der Physiotherapie und ganz ohne Schmerzmittel in den Griff bekommen.

Wir haben zudem gelernt,  uns durch fremde Einschätzungen nicht verrückt machen lassen müssen und besonnen mit den Ergebnissen umgehen können. Natürlich ist es immer schlimm, wenn man in einer solchen Runde eine derartige Diagnose bekommt und sich ernsthaft fragt, ob man wirklich so blind ist. Da Sockes Rücken im Mai  - ohne Befund mit Ausnahme einer leichten Arthrose - geröntgt wurde und sie in der manuellen Therapie war, waren wir natürlich entsprechend überrascht. 

Ich merkte aber auch, dass ich so eine Einschätzung durch die Gruppe und im Rahmen so einer Veranstaltung nicht mag, es nicht gut haben kann, wenn eine solche Diagnose im Raume steht und ich nicht die Chance habe dagegen zu halten. Die Zeit bis zum Termin bei der Physiotherapie war also recht sorgenvoll.

Zusammenfassend muss ich aber dennoch sagen, dass das Seminar für uns kein Reinfall war. Wir haben mit Socke zwei Tage sehr intensiv und nah verbracht.

In den Pausen haben wir in der Sonne gesessen und mit Socke gespielt. Wir haben viel gelernt und auch wieder einmal Socke ganz anders kennengelernt. Diese entspannt nicht immer, wenn wir es denken. Wir wurden bestätigt, wie richtig es ist auf Socke zu achten, ihren Rücken warm zu halten und sie viel zu tragen und das Spiel im Haus aufzugeben. Zudem haben wir gelernt, wie man mit Socke richtig spielt und sinnvoll zergelt.













Es sollte weit geworfen werden, Richtungswechsel, die zu abrupten Abbremsen führen sind zu vermeiden und Zergeln geht nur noch in sanften Wellenbewegungen. Insoweit wurde auch gleich ein Futterbeutel mit einer Kordel erworben, damit auch ich  - die überhaupt nicht werfen kann - etwas weiter werfen kann.



Da Socke doch so gerne Leckerli erarbeitet, wir ihr immer wieder neue Herausforderungen und Aufgaben stellen möchten,  haben wir gleich den Ball dazu gekauft. Ja, wir sind verrückt, doch hatten wir so auch die Geschenke zum 7. Swat Ende September…




Wir haben gelernt, dass Prävention wie zum Beispiel durch richtiges Spielen / Verhalten wichtig ist, typische Gefahren, wie das fehlende Aufwärmen (Slalom, Verbeugen, pendeln, Kreisen, Laufen…) vermieden werden sollte, aber gleichzeitig auch die Lebensfreude und -qualität nicht aus den Augen gelassen werden sollte.

Wir haben uns nach dem ersten Seminartag nach Lünen aufgemacht, um uns über orthopädische Hundebetten und einer Steighilfe zu informieren. Mittlerweile ist ja auch ein orthopädisches Hundebett hier eingezogen.


Zudem wollte ich unbedingt noch einen Clicker mit Anzeigestab haben, um den Fingertarget durch den Anzeigestab zu ersetzen. Dabei kam es mir nicht auf den Clicker an. Wir verwenden ja das Schnalzen, aber wenn man einen kleinen Hund hat, dann geht so ein Fingertarget etwas in den eigenen Rücken. Ach, und wenn man dann schon beim Einkaufen ist, dann nimmt man sich doch gleich den Wassernapf mit integrierter Unterlage für den guten Holzboden im Schlafzimmer mit. Einkaufen ist aber auch zu schön.



Wir wurden insofern bestätigt, dass ältere Hunde nicht geschont werden müssen.  Die Gassirunden sollten  vielleicht kürzer werden und öfter stattfinden. Dennoch können einem  alter Hund durchaus neue Aufgaben gestellt und Herausforderungen geboten werden.  Wir lieben es Socke zu beschäftigen, hatte aber ein wenig Sorge, dass wir ihr damit keinen wirklichen Gefallen tun. Beachten wir einige Regeln, dann besteht überhaupt kein Grund Socke zu schonen. Ganz im Gegenteil. Insoweit freuen wir uns schon sehr im nächsten Jahr das Konzepttraining mit Socke zu erlernen.

Damit möchte ich meinen Bericht vom Seminarwochenende beschließen. Ich hoffe, dass ich meine Eindrücke anschaulich schildern konnte und würde gerne wissen, welche Meinung Ihr habt.


Viele liebe Grüße

Kommentare:

  1. Wen Ihr wisst, wie es geht, macht Ihr es zuhause. Da kann Söckchen entspannen. Ich massiere meine Hund abends, wenn sie entspannt auf dem Sofa liegen.

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    1. Das ist ja nicht nur das Ziel eines Seminares, sondern auch der Physiotherapie. Insoweit wird alles auch zu Hause gelebt….
      Bei uns gibt es auch immer wieder die Momente, in denen wir ruhige Stunden ausnutzen und Socke verwöhnen. Da das nicht zwischen Tür und Angel geht, sind diese Zeiten bei uns manchmal leider zu kurz. Zumal es jetzt gerade wieder einmal um ganz andere Themen geht. Zum Glück ist das Wissen da und kann jederzeit angewendet werden….

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  2. Mei, mei, das war aber ein überaus reiches WE. Gut dass ihr euren Standpunkt wieder gefunden habt und euren eigenen Weg weiter gegangen seit.
    Nasenstups von Ayka und Frauchen

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    1. Ja, man verliert sich in einer solchen Gruppe schon mal. Da wir zu zweit waren, konnten wir uns gegenseitig absprechen und beruhigen….

      Dennoch bereuen wir nichts und meinen Stillstand ist das Schlechteste für Sockes Befinden…..

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  3. Der Bericht war sehr interssant. Vielen Dank dafür.
    Von euch angeregt, bin ich jetzt mal die Sache mit dem Bettchen für die Hunde angegangen. Ich wollte mich schon lange drum kümmern, aber wie das immer mal so ist, dann kommen andere Themen dazwischen.
    Unsere Tierärztin hat uns jetzt sehr von einem orthopädischen Bettchen abgeraten und gemeint, die Hunde sollen möglichst hart liegen und wir sollen ihnen die Körbchen wegnehmen und dafür Decken hinlegen. Mal schauen was wir jetzt machen.
    Liebe Grüße
    Auenländerin

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    1. Gerne, sehr gerne….

      Uns hat noch niemand von den orthopädischen Betten abgeraten, weder Tierarzt noch Phsyiotherapeuten. Aber ich weiß natürlich nicht, was Leo und Leona für Probleme haben.
      Zudem muss ich sagen, dass Socke viel in dem Bett liegt, aber auch immer wieder aus dem Boden schläft.
      Ich hoffe also, dass sie selbst dort liegt, wo es ihr gerade gut tut. Vielleicht ist insoweit ein Auswahl verschiedenen Betten und Decken der richtige Weg.

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  4. Nun kann es ja dann in die vorweihnachtliche Zeit gehen. Hoffentlich ohne allzugroße Wehwehchen. Auch wenn ich nicht alles Wort für Wort lese weiß ich: I h r s e i d v e r ü c k t !!! Aber schön verrückt. Hundeverrückt. Wen freut es? Das Söckchen!! <3
    LG aus dem gleichfalls verrückten Otti
    Michael

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    1. Ein bisschen verrückt muss einfach sein…. Solange wir Socke-nHalter gemeinsam an einem Strang ziehen und glücklich damit sind, finde ich es richtig. Und über die, die uns belächelt oder den Kopf schütteln, sehe ich gerne hinweg.

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  5. Ich finde es wichtig, dass ihr etwas für euch von dem Seminar mitnehmen konntet und dass es euch ein gutes Gefühl gegeben hat. Schon beim Aussuchen habt ihr euch ja Gedanken gemacht, ob es für euch und Socke das Richtige sein könnte ... und auch wenn es einige Einschränkungen gab, die nicht so perfekt für euch alle waren - insgesamt denke ich, war es ein positives Wochenende.
    Ich finde es auch schön, dass ihr die Ideen und Anregungen so schnell umsetzt und Socke hatte sicher schon viel Freude mit ihren Geschenken.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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    1. Meist nehme ich etwas mit, egal wie die Veranstaltung ist. Selbst wenn ich weiß, dass ich es nicht so machen möchte, ist dies immer eine gute Erkenntnis.

      Zudem bleibt ja keine Zeit abzuwarten. Nein, wir setzen alle Tipps und Anregungen sofort um. Es gibt keinen Grund zu warten…..

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  6. Ich finde immernoch, dass man die Besonderheiten der Rasse hätte berücksichtigen müssen, denn Socke ist ja keine Ausnahme, sondern fast jede Rasse hat ihre anatomischen Eigenheiten und dass ihr zum Beispiel ein terriertypischer Gang attestiert wurde, wirkt auf mich so, als hätte man sich den Gang tatsächlich garnicht so richtig angeschaut.
    Trotzdem ist es schön, dass du auch aus dem Seminar etwas für dich gewinnen konntest und das ihr eine schöne gemeinsame Zeit verbracht habt. Gerade die verschiedenen Massagetechniken hätten mich auch sehr interessiert, denn so etwas kann man sicherlich bei jedem Hund gut anwenden.

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    1. Diese Meinung steht Dir auch zu... Bei der Anmeldung haben wir auch die Rasse angegeben. Also man hätte sich vorbereiten können. Aber ich bin bei dieser Frage noch recht entspannt...

      Ich hatte mehr Probleme mit dem Ergebnis der Ganganalyse. Diese war doch etwas differenzierter zu sehen. Uns hat das aber ganz schön verunsichert... Und ich glaube, es gab noch eine Teilnehmerin, die etwas überfordert war.


      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  7. Ganz bestimmt habt ihr bei diesem Seminar viel gelernt. Deinen Bericht habe ich mit großem Interesse gelesen. Ich kann gut verstehen das es schwer ist ein Diagnose in einer größeren Runde gleich zu verkraften. Da wäre ich auch perplex. Schöne Einkäufe habt ihr noch gemacht. So einen bunten verknoteten Ball haben Emma und Lotte auch. Er hält sogar schon viele Jahre die Beaglezähne aus *lach*
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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    1. man nimmt irgendwie immer etwas mit... Zum Glück hat sich die Diagnose nicht wirklich so bestätigt, bzw. konnte Socke recht gut geholfen werden.

      Bei Socke müssen wir ja nicht so große Angst haben, dass sie etwas kaputt macht. Dennoch freut es uns, wenn er langen halten würde.

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  8. Ich mag solche Befunde in grosser Runde auch nicht...
    Jetzt nimmt mich aber doch wunder, wieso ihr die Katzenbürste habt und nicht die für langhaarige Hunde?
    Liebe Grüsse
    Nadine mit Ciarán

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    1. Wir haben uns für die Katzenbürste entschieden, weil es hier nicht um das Bürsten geht. Die Bürste wird sanft auf den Körper gedrückt und in kreisenden Bewegungen massiert... Die Katzenbürste war die weichste Bürste von den Modellen, so dass wir uns dafür entschieden haben...

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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