Dienstag, 7. März 2017

Bin ich verrückt, unqualifiziert oder naiv?

-  oder die Frage nach dem perfekten Hund –
Socke im Januar 2017


Liebe Blogleser,

ich möchte mich heute der Frage nach dem „perfekten Hund“ widmen. Wir haben alle eine gewisse Vorstellung von dem Begriff und dennoch ist das, was für den einen perfekt ist, für den anderen nicht perfekt. Aber für jeden gibt es ihn, den perfekten Hund. Es fragt sich eben nur, ob das der Hund ist, der gerade neben einem liegt.



Martin Rütter sagte einmal in einem Interview mit einer österreichischen Zeitung, dass es den perfekten Hund nicht geben würde, genauso wenig, wie es den perfekten Menschen gibt. Er sei darüber sehr froh, da es sonst ja langweilig wäre. Das kann ich gut verstehen, schließlich verdient der Mann sein Geld mit der vermeintlich fehlenden Perfektion der Hunde



Anika vom Blog Warnowtatzen erklärte in einem Beitrag, dass es das perfekte Tier nicht gibt. Sie wolle sich nicht veräppeln lassen und perfekte Geschichten über unsere Tiere lesen. Sie will ehrliche Geschichten lesen, zum Beispiel wie uns die Hunde auf die Nerven gehen.

Schon damals konnte ich Ihr nur dazu schreiben: 

Socke ist für mich perfekt. Ich kann leider nichts anderes schreiben und werde es auch nicht tun. Ihre kleinen Baustellen haben wir in den Griff bekommen, so dass wir uns nicht beschweren können. Ganz im Gegenteil. Und Sockes Erkrankung gehört zu Socke dazu. Wir haben die Verantwortung und auch wenn es anstrengend ist, macht es Socke ja nicht unperfekt. Auch, dass ich mit Socke nicht Laufen kann, sie keine Hundetreffen mag oder wir keinen passenden Kurs in der Hundeschule finden, macht Socke nicht weniger perfekt.
 Ich liebe sie so wie sie ist und kann sie so annehmen, wie sie ist. Das macht sie perfekt. Aber ich finde es auch nicht gut, wenn man behauptet alles sei gut, wenn es nicht so ist. Ehrlich und authentisch sollte man schon sein. Sind wir aber.



Nicole vom Blog Moe & me schrieb in dem Beitrag Hund abzugeben, dass es nicht immer leicht mit Moe war und, dass sie auch schon mal dachte Moe abzugeben. Nein, rückblickend nicht, aber zum Beispiel in den Situationen als Moe weggelaufen ist.

Mein Kommentar lautet dazu: 

Leider habe ich noch nicht einmal gedacht oder gewünscht, dass ich Socke abgeben möchte. Vielmehr wäre das das Schlimmste, was passieren könnte und das eigentlich vom ersten Tag an. Ja, es gab auch Probleme, aber die haben wir wirklich recht schnell in den Griff bekommen. Socke ist zweimal vom Wald alleine nach Hause gelaufen. Einmal floh sie vor den Wolfshunden und einmal hatte sie keine Lust mehr auf den Spaziergang. Ja, ich habe gebetet, dass sie heile ankommt, dass nichts passiert. Aber ich habe Socke nicht verflucht, sondern mich ermahnt, sie an die Leine zu nehmen. Ich habe mir mein Leben mit einem Hund anders vorgestellt. Ich dachte ich würde meinen Sport weiter machen, viel – auch mit Hundeleuten – unterwegs sein können u.s.w. Es ist anders gekommen. Aber es ist schön, wie es ist. Ich liebe Socke über alles, liebe ihre Eigenarten. Nein, es gab diesen Moment nicht. Ich war und bin immer bereit die Dinge zum Positiven zu verändern, die nicht funktioniere, ohne Gram und Wut.


Und ich frage mich, warum mir es nicht so geht. Warum habe ich den Wunsch, Socke zum Mond zu schießen oder sie abzugeben noch nie gehabt? Warum sehe ich in Socke den perfekten Hund für mich? Warum graut mir vielmehr davor einen Tag ohne sie zu sein? Warum frage ich mich sogar, ob ich die richtige Person für Socke bin und ich ihr gerecht werde?



Bin ich verrückt, nicht normal, bin ich ein unqualifizierter und naiver Hundehalter, rede ich alles schön, lebe ich in einer Traumwelt oder warum ist das so?

Ich habe mit Socke einen erwachsenen Hund aufgenommen, so dass mir viele Baustellen, die ein Hundeleben in den ersten Jahren mit sich bringt gar nicht bekannt sind. Namentlich die Stubenreinheit, Pubertät und ihre Läufigkeit habe ich nicht miterlebt. Und auch der harte Weg zum ausgewachsenen Fell des Tibet Terriers ist mir erspart geblieben.


Als wir uns entscheiden haben einen Hund aufzunehmen,  hatte ich durchaus viele Wünsche und malte mir aus, wie ich mit Socke walken gehen könnte, viele Kurse in der Hundeschule absolvieren würde, vielleicht sogar Hundesport machen könnte,  zu Hundetreffen gehen würde und mit Socke spannende Reisen / Hundewanderungen  unternehmen könnte.

All dies konnte ich nicht realisieren, weil Socke keine Freude an schnellen zügigen Gassirunden hat, sondern lieber schnüffelt und beschäftigt werden will. Socke hat keine Freude am Hundesport, sondern übt lieber mit uns in ihrem Tempo. Socke mag keine Spaziergänge in großen Hundegruppen, seien es Rassetreffen oder lockere Spaziergruppen. Und aufgrund ihrer Erkrankung können wir nur kurze Urlaube innerhalb Deutschlands machen.



Aber ist Socke deshalb nicht perfekt?


Doch sie ist perfekt, weil sie es geschafft hat, dass ich sie so annehmen kann, wie sie ist. Was ich damit sagen will ist, dass der perfekte Hund meines Erachtens eine Sache der Einstellung und des Verständnisses von Perfektion ist. Perfektion heißt für mich nicht, dass der Hund so ist, wie ich ihn gerne hätte. Perfekt ist ein Hund für mich dann, wenn man einen Weg zu einem gemeinsamen Miteinander findet, der allen weitestgehend gerecht wird und der alle glücklich macht. Umdenken oder Kompromisse eingehen gehört für mich dazu und rüttelt nicht an der Perfektion des Hundes.



Als wir Socke zu uns holten, wollten wir ihr ein schönes, artgerechtes Leben schenken, wollten sie lieben und vor allem so anzunehmen wie sie ist. Socke hatte eine Vorgeschichte, die sie geprägt hat und diese wollten wir respektieren. Gleichsam wollten wir ihre Rasse und ihre Wesensmerkmale respektieren und sie nicht in irgendeiner Form brechen. Es war der Wunsch da, viel Zeit mit ihr zu verbringen, sich auf sie einzulassen und das Leben als Hundehalter mit allen Vor- und Nachteilen zu leben. Wir waren bereit Kompromisse einzugehen und unsere Bedürfnisse für Socke zurückzustellen. Zudem wollte ich viel über und mit Socke lernen.

 

Und diese Einstellung hat sich bewährt. Wie ich schon schrieb,  haben sich viele meiner Vorstellungen und Wünsche nicht realisieren lassen. Dafür durften wir Dinge erleben, die wir uns nie vorgestellt haben. Wir durften zum Beispiel mit Socke an den städtischen Bühnen Münsters eine Statistenrolle in einer Oper mit Socke übernehmen, obwohl wir keine Opernfans waren. Socke ist mit einem Bild in dem Rassebuch des Tibet Terriers abgebildet, obwohl wir keine Fotoprofis sind. Wir haben Tamme Hanken, Dr. Wolfgang Altstaedten, Diana Eichhorn und Claudia Ludwig persönlich kennenlernen dürfen. 



Ja, ich führe ein anderes Leben mit Socke ich es gedacht habe, aber ich vermisse nichts. Ganz im Gegenteil. Socke macht uns in vielen Dingen das Leben viel leichter, als wir uns das gedacht haben. So gibt es keinerlei Probleme in der Betreuung, Socke ist mit fast allen Hunden sozialverträglich, kann auch mal alleine bleiben, wir können sie aber auch überall mit hinnehmen und  Socke fährt gerne Auto. Socke zeigt mir zudem Dinge, an die ich zuvor nicht gedacht hätte, die mich aber erfüllen.

Ihre Wesensmerkmale, dass sie Fremde nicht ins Haus lässt, Menschen vor dem Hause verbellt, Jogger und Radfahrer anbellt, ihnen hinterher rennen würde, wenn wir sie ließen, wir sie nicht mit Kindern unbeaufsichtigt lassen können, kennen wir und wir agieren entsprechend. Wir haben gelernt, trainiert und es klappt super, was die Sache doch wieder perfekt macht.



Es gibt natürlich auch hier Regeln, Verbote und Kommandos. Aber es gibt bei uns eben auch ein harmonisches Miteinander, bei dem jeder mal „bestimmen darf“ und die Vorlieben aller Beteiligten berücksichtigt werden. 

Auch Sockes Erkrankung kann ich annehmen. Natürlich wünschte ich mir einen gesunden Hund, wohl aber eher um Sockes Willen.  Aber ich kann akzeptieren,  dass Socke einer speziellen Versorgung und Betreuung bedarf. Und auch wenn ich die Kocherei manchmal verfluche,  ist Socke als Hund dennoch perfekt. Es gibt nämlich nichts Schöneres als zu wissen, dass all die Mühen Socke helfen, dass es ihr besser geht.



Gleiches betrifft die Fellpflege.  Sie ist ein aufwändiges und teilweise anstrengendes Unterfangen. Und manchmal wünschte ich mir nach dem vierten Gassigang im Regen und dem dann folgenden Föhnen einen Hund mit kurzem Fell zu haben. Aber ich liebe Sockes Fell und es gehört einfach zu unseren perfekten Socke.

Daher bleibe ich dabei, dass Socke der „perfekte Hund“ für mich ist, weil ich sie so annehmen kann und lieben kann,  wie sie ist.  Und egal was passiert, wird Socke dieser,  für mich perfekte Hund bleiben, weil ich auch zukünftig bereit bin alles dafür zu tun, dass es so ist.


Wie sieht es bei Euch aus. Habt Ihr auch den perfekten Hund zu Hause?


Viele liebe Grüße






PS. Alle Bilder stammen aus Januar 2017 und auch der Beitrag schlummerte schon vorbereitet einige Zeit im Archiv.

Kommentare:

  1. Liebe Sabine
    vor kurzem hatte ich eine Diskussion mit einer Hundefreundin, über Erziehung und Hunde im allgemeinen.
    Jeder hat Vorstellungen, was sein Hund tun soll, wie er sich verhalten soll...
    Andere sagen dazu, um Gottes Willen...
    Mal ehrlich... alles womit der Hundebesitzer leben kann und sich freut ist doch klasse.
    Tibi rennt auch nicht wie wild durch die Gegend...sie schnüffelt und bummelt...na und...ist dich ok.
    Ich finde es toll, wie du deine Gedanken schreibst und das Herz wird mir warm beim Lesen.
    Ihr solltest euch einfach treffen...du und Socke.
    Ganz liebe Grüße von Sylvia und Tibi

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    1. Genau, jeder hat eine Vorstellung, wie sein Hund sein sollte und wie er mit ihm leben möchte. Und jeder hat das Recht mit seinem Hund so zu leben, wie er mag. Ich meine eben nur, dass man ja nie genau weiß, wie ein Hund wirklich ist und wie er sich entwickelt. Und auch, wenn die Wünsche und die Realität auseinandergehen, kann es doch der perfekte Hund sein. Perfekt, weil man ihn liebt und weil man mit all dem vermeintlich Negativen arrangiert. Oder weil sich das negative als gar nicht so negativ herausstellt. Ich bin ein fürchterlicher Hibbel und Socke zwingt mich zur Ruhe, zur Gelassenheit und Entschleunigung. Gar nicht so verkehrt.
      Ich bin froh Socke an meiner Seite zu haben. Sie tut mir unendlich gut und macht mir viel Freude.

      Ganz lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  2. Du schreibst mir aus der Seele. Den Weg zu einem gemeinsamen Miteinander zu finden, ist für uns auch das Wichtigste. Auch wenn Emma uns in ihrer Jugend manchmal an den Rand der Verzweiflung gebracht hat, war es nie eine Option sie abzugeben. NIE ... NIEMALS! Durch Lottes Krankheit hat sich viel verändert, sie hat Einschränkungen mit sich gebracht, aber wir haben sie angenommen und versuchen das Leben für Lotte so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Und ich hoffe sehr das wir das bis jetzt gut hingekriegt haben.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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    1. So ist es. Ich bin froh, dass ich Socke so annehmen kann, dass ich nicht wütend auf sie bin oder enttäuscht, weil sie nicht macht, was ich mir für uns vorgestellt habe. Hätte ich meinen Traumhund bei der Anschaffung von Socke beschrieben, wäre es nicht Socke gewesen. Aber mein Wunsch, Socke so anzunehmen und mich auf sie einzulassen, hat sie zu dem perfekten Hund gemacht. Sie tut mir unendlich gut und macht mich zufrieden und glücklich. Was will man mehr?

      Ganz lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  3. Liebe Sabine,

    du hast eine wunderbare Liebeserklärung an Socke geschrieben. Herausgreifen möchte ich einen Satz: "Und manchmal wünschte ich mir nach dem vierten Gassigang im Regen und dem dann folgenden Föhnen einen Hund mit kurzem Fell zu haben." Zu Beginn schreibst du, du wünschst Socke nie auf den Mond, du findest alles mit ihr gut und das war schon immer so. Ich glaube, das können die meisten Hundehalter unterschreiben und doch kommen manchmal so kleine Überlegungen wie im zitierten Satz vor. Also bist du nicht unnormal, naiv oder verrückt :-)

    Liebe Grüße

    Britta

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    1. Liebe Britta,

      auch wenn sich die Sätze, die Du zitierst, wie ein Widerspruch zu lesen scheinen, so ist es das nicht. Perfekt heißt für mich nicht, dass es nicht anstrengend und arbeitsintensiv ist.... Perfekt heißt für mich eben nicht leicht und einfach. Daher ist die Fellpflege für mich anstrengend, aber sie gehört dazu. Ich erledige sie, weil ich Socke und ihr Fell liebe und, weil auch die Fellpflege zu Sockes Wohlbefinden beiträgt. Und ich erledige sie sogar relativ gerne. Natürlich muss ich bei Regen nicht nur öfter mit Socke Gassi gehen, sondern auch mehr Zeit einplanen für das Föhnen. Das ist so, das weiß ich, aber das macht Socke nicht weniger perfekt. Ich hoffe, dass ich diesen Aspekt noch einmal deutlich machen könnte....

      Ich nehme Socke so an, wie sie ist und finde sie für mich perfekt.....

      Ganz lieben Dank und und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  4. Schön dass Socke für dich "perfekt" ist. Ich glaube, das können die wenigsten Hundebesitzer von ihren Hunden sagen.
    Bei uns ist bei weitem nicht alles perfekt, aber in vielen Dingen ist es nicht so, dass es zwangsweise an Genki und Momo liegt, sondern sicher auch an uns. Dass es zum Beispiel bei uns vorne und hinten nicht mit der Leinenführigkeit klappt, liegt sicher auch zum Teil an Genki (wenn ich mit Momo alleine laufe, klappt es zum Beispiel recht gut und wir haben bei ihr wesentlich weniger Training in die Leinenführigkeit investiert als bei Genki), aber zum Teil eben sicher auch an uns und daran, dass wir nicht die richtige Methode gefunden haben oder vielleicht auch nicht konsequent genug in unserem Training waren (wobei ich in einer Stunde unter 100 Meter zurücklegen, bis einem der Hund aus Frust auf die Füße pinkelt schon recht konsequent fand...). Wenn also auch der Zustand nicht perfekt ist, dann liegt es sicher auch daran, dass wir es nicht sind. Das ist sicher bei vielem unerwünschten Verhalten so - Nicht der Hund ist nicht perfekt, sondern der Hundebesitzer. Andere Sachen haben aber eher nichts mit dem Besitzer zu tun. So wie Socke, die eben nichts von Walking hält. Da kann man noch so viel trainieren, vielleicht würde sie es "ertragen" aber deshalb nicht zwangsweise mögen. Dann gibt es natürlich noch die ganzen Krankheiten, die ein Hund haben kann, mit denen du mit Socke ja wirklich ein Lied von singen kannst und mit denen wir, zum Beispiel mit Momos Allergien, auch zu kämpfen habe. Wenn ich davon ausgehe, dass bei einem Hund "perfekt" bedeutet, dass er so ist, wie ich es mir wünschen würde, dann sind Genki und Momo alleine deshalb schon nicht perfekt, denn ich würde sie mir wirklich gerne ohne Krankheiten wünschen. Allerdings stelle ich auch garnicht den Anspruch an meine Hunde perfekt zu sein, ich bin es ja auch nicht. Wenn also auch nicht alles bei uns immer Sonnenschein ist - und ja, ich gebe zu, manchmal nerven mich die beiden schon und im Gegensatz zu dir bin ich auch Mal ganz froh, wenn sie kurz weg sind, weil sie mit dem Herrchen ihren Bürotag haben, so dass ich zum Beispiel in Ruhe putzen kann, ohne dass jemand ständig seine Nase irgendwo reinstecken muss, so habe ich tatsächlich nie, auch nicht für eine Sekunde, daran gedacht sie abzugeben. Alleine der Gedanke daran würde mir das Herz brechen und ich würde sie auch niemals für Hunde, die perfekt an der Leine laufen oder kerngesund sind, austauschen wollen.

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    1. Ich glaube, dass viele Hundehalter nicht erkennen, dass sie den perfekten Hund an ihrer Seite haben.
      Im Übrigen heißt perfekt für mich nicht, dass ein Hund nicht krank sein darf, keine Macken haben darf und dergleichen. So etwas gibt es nicht bzw. müsste man sich so einen Hund malen. Ich meine eben nur, dass die Einstellung zum Hund ganz wichtig ist und mir war es wichtig, dass ich Socke so annehmen wie sie ist. Bei der Anschaffung von Socke war mein Traumhund nicht Socke. Gut, von der Rasse und von der Optik schon. Aber ich wünschte mir schon einen agileren und gesunden Hund. Habe ich nicht, aber dennoch ist Socke der Hund, den ich liebe und der für mich perfekt ist. Ich fühle mich so zu ihr verbunden, dass ich alles auf mich nehme, um sie gesund zu erhalten und glücklich zu machen. Ich kann sie annehmen, Probleme mit ihr so lösen, dass ich zufrieden bin und mich mit den Dingen, die Socke nicht mag arrangieren. Ich verzichte auf die Rassetreffen, die ich immer so liebte. Aber deshalb ist Socke nicht weniger perfekt. Wer weiß wozu es gut ist, dass ich dort nicht immer hinfahre.

      Ich kann nicht wütend auf sie sein, weil sie in der Hundeschule zum Beispiel nicht das gemacht hat, was sie tun sollte. Ich konnte sie nicht Tibesel nennen. Es wird seinen Grund gehabt haben, dass sie die Übung nicht machen wollte. Ich war nicht traurig, dass wir sehr schnell erkannten, dass Socke Agility nicht mag. Ich kenne zwei Hundehalter, die sich einen zweiten Hund anschafften, weil der erste Hund eben nicht den Vorstellungen entspricht. Der eine hat leider eine Futtermittelallergie und in dem anderen Fall eignet er sich nicht zum Sport. Das sind Gedanken, die ich nicht habe…

      Ich bin sicher nicht perfekt, habe mit Socke aber richtigen Hund an meiner Seite. Und es wird so bleiben, weil ich eben die von mir beschriebene Einstellung habe.

      Im Übrigen muss ich ja auch arbeiten gehen und habe Socke nicht bei mir. Diese Tage überstehe ich natürlich auch. Ich meinte wohl eher eine Zeit ganz ohne Socke.
      Im Übrigen turnt Socke beim Saugen und Wischen auch gerne zwischen meinen Beinen und so schicke ich den Socke-nHalter gerne mit Socke etwas erledigen. Aber nerven tut sie mich nicht. Ich muss halt immer lachen, spiele mit ihr und werde nicht fertig…
      Deine letzten Zeilen deuten für mich daraufhin, dass Momo und Genki eben doch die perfekten Hunde für Dich sind. Sie fordern Dich, aber sie sind doch die besten Hunde der Welt. Und so sollte es sein.

      Ganz lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  5. Liebe Sabine,

    ich kann Dich gut verstehen - auch für uns war und ist jeder unserer Hunde richtig und perfekt so, wie er ist - natürlich auch mit seinen jeweiligen Eigenheiten. Trotzdem gab es bei mir schon einige Momente in denen ich die Hunde gerne mal auf den Mond geschossen hätte ;)
    Manche davon hast Du sicher schon gelesen - Lady bei ihren Ausbruchsversuchen oder wenn sie mal abgehauen ist, Damon bei Spaziergängen auf dem Carportdach, Dingo bei seinem ersten Bad, Laika mit ihrer so unendlichen Geduld die meine damit auf die Probe stellte und auch Cara mit ihrer unendlichen Energie, die sich oft in den unpassendsten Momenten entlädt. Diese Momente waren immer kurz und natürlich auch nie ernst gemeint ... aber sie waren da.
    Wenn es aber Dinge gäbe, die mich wirklich massiv stören würden, dann würde ich daran arbeiten sie zu ändern - ansonsten lerne ich damit umzugehen. So würde ich Deinen Text auch verstehen.
    Und ich nehme an, Britta hat es ähnlich gemeint. Für die meisten bedeutet perfekt eben, dass es nicht anstrengend ist, es nichts gibt mit dem man sich arrangieren muss und dass es keine Arbeit ist - und auch wenn ich gerne etwas anderes behaupten würde ... Hunde können manchmal anstrengend sein, man muss sich mit einigen Dingen arrangieren und sie machen auch Arbeit.
    Aber ohne meine Hunde wäre mein Leben eben auch nicht perfekt ;) Der Beitrag ist wirklich eine schöne Liebeserklärung für das Söckchen!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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    1. Du hast das wunderbar geschrieben.

      Auch wenn ich Socke noch nie zum Mond schießen wollte, selbst als sie vor einem ersten Treffen mit Bloggerin Stephie und ihrer Clara Menschenkot fraß und fürchterlich stank, war ich nicht wütend. Socke ist ein Hund und da passiert das eben. Ich habe mich entschuldigt und gut ist es.

      Aber ich weiß, was Du meinst. Ich finde es auch nicht schlimm, wenn man auf seinen Hund wütend ist. War ich auch ein einziges Mal, als Socke ihre Geschäfte im Regen nicht machen wollte und der Socke-nHalter gerade aus dem Krankenhaus kam. Das bezog sich aber nicht auf Socke, sondern ich war gänzlich überfordert.

      Ich habe Britta auch so verstanden, doch die von ihr zitierten Sätzen so hintereinander wirkten schon etwas komisch….

      Genau wie Du es schreibst, perfekt ist für mich nicht einfach, leicht erziehbar, nicht anstrengend, nie krank, nicht schmutzend…. Perfekt ist, wenn man einen Hund hat, der einen dazu bringt, dass man sich gerne um ihn kümmert, nichts bereut und nicht enttäuscht ist…..

      Ganz lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  6. Du sprichst mir aus der Seele! Für mich ist Charly perfekt so wie er ist. Trotzdem gibt es bei uns noch eine große Baustelle. Fremde Besucher! Ich habe eine Verantwortung gegenüber den Besuchern und muss darauf achten, dass niemand verletzt wird. Das ändert aber nichts daran, dass ich Charlys Eigenarten nicht annehmen kann. Jeder Hund ist einzigartig. Und ich habe nichts dagegen, wenn Charly Fremden gegenüber skeptisch ist. Das ist eben seine Art. Ich fände es auch komisch, wenn du Sockes Fell nicht annehmen könntest. Das gehört zu einem Tibetterrier eben dazu ...

    Danke noch einmal für deinen lieben Kommentar. Vielliecht ist das mit dem Schlafzimmer auch eine Option für uns. Wir werden es in der nächsten Zeit versuchen ...

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    1. So sehe ich es auch…. Die Perfektion des Hundes ist eine Einstellungssache und hat viel mit den Erwartungen zu tun, die ich an meinen Hund habe. Und ganz ehrlich, wir wissen doch alle, dass es Perfektion nicht gibt. Es mag sein, dass wir alle danach streben, aber geben tut sie sie doch nicht und schon gar nicht bei Lebewesen. Will ich auch gar nicht. Ich habe meine Erwartungen gut ändern können und sehe ich in Socke den für mich perfekten Hund.

      Wir wünschen Euch viel Erfolg bei der Schlafzimmermethode. Uns hilft es sehr, weil Socke sich dort entspannen kann und wir die Dinge erledigen können, die mit dem Besuch zu machen sind. Und zu wissen, was zu tun ist, entspannt ungemein. Wenn der Postbote kommt und Socke ist auch im EG, dann nehmen wir die Pakete gerne durch das GästeWC – Fenster an. Socke ist davon so verdutzt, dass sie sich von alleine wieder zurückzieht.

      Ganz lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  7. Ich denke, du akzeptierst Socke einfach wie sie ist. Du willst an eurem zusammenleben nichts ändern. Und deswegen willst du sie auch nicht zum Mond schießen.

    Deshalb ist Socke auch perfekt - perfekt für dich.

    Inuki und Skadi sind auch perfekt für mich. Inuki sowieso, und Skadi mit ihren Ecken und Kanten auch. Ich lerne so viel durch sie. Sicherlich trainieren wir an unseren Baustellen. Aber nicht weil es mir damit besser geht sondern weil ich denke dass es Skadi besser gehen würde wenn sie nicht ständig so viel Stress fährt.

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

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    1. So ist es. Ich nehme Socke, so wie sie ist, versuche sie nicht umzukrempeln oder zwinge sie zu Dingen, die sie nicht mag. Und ich stelle fest, dass das genau das Richtige ist. Ich bin mit meiner Einstellung sehr gut gefahren und kann Deine Worte sehr gut nachvollziehen.

      Im Übrigen freue ich mich so sehr für Dich, dass du auch deine zwei perfekten Hunde an Deiner Seite hast. Welch ein Glück für Dich und die beiden Fellnasen.

      Ganz lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  8. Liebe Sabine,
    so eine schöne Liebeserklärung an Socke! Ich denke, dass es tatsächlich den perfekten Hund gibt; für jeden Menschen bedeutet es einfach etwas anderes (deshalb haben auch - fast - alle das Gefühl, den für sich perfekten Hund zu haben :-)).
    Liebe Grüsse
    Nadine

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    1. Liebe Nadine,

      ich freue mich so sehr Dich zu lesen. ich hoffe, dass Du die letzten Monate gut überstanden hast. Ich habe viel an Dich und Zingara gedacht. nun freue ich mich wie Bolle auf den kleinen mann, bin gespannt, was Ihr gemeinsam erleben werdet und hoffe inständig, dass Du uns daran teilhaben lässt. Zingara wird bei all dem nicht vergessen....

      Ich freue mich, dass auch Du mein Anliegen verstanden hast.wenn man seinen Hund liebt, ihn annimmt und sich auf ihn einlässt, dann ist er perfekt. Wenn Schwächen zu Stärken werden (Sockes unendliche Ruhe und Gelassenheit, die bei aber den Theaterauftritten Gold wert waren und auch die Tierarzt- / klinikbesuche erleichtern), dann wird der hund perfekt, wenn man Fünfe gerade sein lässt, sich nicht ständig mit anderen misst und seinen Weg geht, dann wird man erkennen, wie perfekt der hund doch ist....

      ich freue mich so sehr, dass hier ein paar zeilen hinterlassen hast. lass es Dir weiterhin gutgehn und auf ganz bald.

      Ganz lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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