Freitag, 12. August 2016

Fast wie eine Geiselnahme...


- oder Sockes Spielverhalten -
Socke im August 2016



Liebe Blogleser,

ich gebe zu, Socke spielt nicht nur wegen der Freude am Spiel mit uns, sondern  weil sie hofft,  dafür ein Leckerchen zu bekommen. Gelegentlich will sie damit auch unsere Stimmung abfragen. 

In Sockes früherem Leben als Zuchttier waren Dinge wie Spielen, Lernen von Tricks und Grundkommandos von zweitrangiger Bedeutung. Als Socke dann zu uns kam, brachten wir ihr das Spielen mit uns Zweibeinern bei. Wir bedienten uns dazu der Belohnung mit Leckerchen. Socke lernte, dass das Apportieren des Spielzeugs  die Chance bietet, das eine oder andere Leckerchen abzustauben. Andere Hunde mögen das Spiel an sich als Belohnung sehen, Socke aber nicht. Und dennoch wollen wir mit Socke spielen, weil es nicht nur eine Beschäftigung für Hunde mit ihren Menschen ist, sondern auch die Bindung intensiviert. 



Selbstverständlich bekommt Socke nicht für jeden Apport des Spielzeugs ein Leckerchen und auch nicht jeder Trick wird belohnt. Socke bekommt laut Ernährungsplan 30g Leckerli pro Tag und die gilt es gut einzuteilen.  Nicht zuletzt  ist der Tibet Terrier  - nach der Rassebeschreibung - ein Hund, der nur dann einem Kommando folgt, wenn er einen Sinn darin sieht. Und Socke hat ihren Sinn in dem Tausch Leckerli gegen Spielzeug gefunden.

Wenn Socke Lust auf etwas Gutes hat, dann holt sie ein Spielzeug und legt oder setzt sich mit ihm so hin, dass wir sie sehen. Und Socke schaut.

Auch wenn immer gesagt wird, dass der Hund niemals das Spiel beginnen soll, gehen wir auf die Spielaufforderung von Socke ein. Socke ist nämlich ein sehr ruhiger Hund und wir freuen uns über jedes Spiel. Socke ist zudem erkrankt und Hunde mit Schmerzen spielen nicht. Wenn Socke also spielen will, wissen wir, dass sie keine Schmerzen hat. Dies  kosten wir natürlich aus.

Allerdings wird Socke das Spiel tatsächlich nur beginnen, wenn sie sieht, dass wir die Tagesrationdose mit den Leckerchen holen.

Sie  bringt das Spielzeug beim ersten Wurf nur dann zurück, wenn sie sieht, dass wir uns Leckerchen bereit legen und sie tatsächlich die Chance hat, etwas zu bekommen. Dabei beobachtet sie uns ganz genau. 


Und beim letzten Mal diese Spiels kamen wir uns wie in einem Krimi vor mit einer richtigen Geiselnahme. Ich versuche das einmal anhand der nachfolgenden Bilder zu beschreiben.

Socke hat Lust auf etwas Gutes und holt sich den Ball aus der Spielzeugkiste. Mit ihm setzt sie sich so hin, dass man sie sehen kann und lacht uns an. „ Na, Lust auf ein Spielchen?“





Ja, habe ich schon und fordere Socke auf, mir den Ball zu bringen.  Aber so funktioniert Sockes Spiel nicht. Wenn ich mit ihr spielen möchte, dann muss auch etwas Motivation herbeigeschafft werden. Während Socke also noch auf dem Platz mit ihrem Ball verharrt, gehe ich die Leckerchen holen.



Socke steigt vom Sitzsack und bringt mir den Ball. Ich werfe ihn und Socke läuft hinter ihm her. Sie fängt ihn, dreht um und sieht, dass ich klatschend motivierend und total begeistert auf dem Boden sitze. Sie bleibt in einem ausreichenden Abstand stehen, den Ball fest im Fang und schaut mich an.




Sie sieht, dass ich noch nicht die Leckerlidose geöffnet und keine Brocken der Pferdelunge für den Tausch gegen den Ball bereit gelegt habe.

Socke bleibt stehen und schaut mich weiterhin an. Und hier beginnt die Illusion, in eine Geiselnahme verwickelt zu sein. Der Geiselnehmer hält das Opfer in seiner Gewalt, nämlich in seinem gewaltigen Fang und demonstriert seine Stärke. Der Blick ist starr und geht in meine Richtung.

Mein Rufen den Opferball freizugeben wird nicht gehört. Ich verkneife mir das „Bitte,  lassen sie das bunte runde Opfer doch frei. Wir können über alle Forderungen  reden.“ Da ich weiß, dass Druck bei Socke nicht funktioniert  und es ja auch nicht stimmt, versuche ich es erst gar nicht mit Sätzen, wie „Sie sind bereits umstellt und haben keine Chance.“ Socke lässt zwar das „Opfer aus ihren Fängen“, setzt aber den Verhandlungsführer mächtig unter Druck.

Allein durch ihren Blick macht sie ihre Forderung deutlich. „Ich fordere Pferdelunge in nicht registrierten Stücken. Sonst werden sie den Ball nie wieder lebend in ihren Händen halten.“



Und natürlich möchte ich, dass die Geiselnahme unblutig für den armen Ball ausgeht. Ich beuge mich dem  Willen des Geiselnehmers und hole aus der Dose ein Stück der  geforderten Pferdelunge. Mein Tun wird genau, wenn auch ohne Regung beobachtet. Spannung liegt in der Luft. Die Stille wird nur durch das Öffnen der kleinen Plastikdose unterbrochen und der Geruch der Pferdelunge zieht heraus. Der Geiselnehmer scheint erleichtert.



Das Tauschgeschäft Ball gegen Lunge geht ohne ein weiteres Wort über die Bühne. Unblutig und gewaltlos und die Spiele sind eröffnet.



Nun weiß Socke, dass ich wirklich etwas Leckeres habe und sie bei jedem Apportieren des Balles etwas bekommen könnte. 


Wir wünschen Euch einen schönen Start  in das Wochenende und senden 


viele liebe Grüße


Kommentare:

  1. Socke, die kleine Gangsterin! Aber wenn es anders nicht geht, müssen halt solche Methoden her. So sucht sich jeder Hund seine Strategie. Molly hat damals in der Futterecke etwas "randaliert" (gegen die Futtertonne getreten), Socksi versucht es mit einem flehenden "ich bin kurz vorm Verhungern"-Blick und Nelly setzt auf die gute alte Bestechung. :-)
    Liebe Grüße von der Monstermeute

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    1. So, ist ist es. Socke weiß, wie sie zum Ziel kommt. Der Einsatz ist minimal, der Erfolg ansehnlich.

      Die tricks Deiner Hunde sind ja recht vielfältig, offenbar aber auch sehr erfolgreich...

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  2. Das muss ich unbedingt meinen Menschen beibringen - ich bekomm nämlich echt gar nichts wenn ich apportiere.
    Gruss Ayka

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    1. Oh, dann ist wohl das Spiel so schön, dass Du das gar nicht brauchst.... Das ist doch prima.

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  3. Das Söckchen ist ja echt eine Marke für sich! Ich spiele nur gegen Kekse, gut, ich hab früher auch fürs Apportieren einen Keks gekriegt, aber irgendwie ist das heute nicht mehr so. Frauchen? Warum eigentlich nicht? Nun, ich hoffe, ihr habt noch viel Apportierspaß.

    Wuff-Wuff euer Chris

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    1. Socke ist wirklich schon anders. Wir geben ihr ja auch nicht die ganze Zeit ein Leckerchen, aber bevor das Spiel richtig los geht, muss es etwas geben. Leider können wir Socke das auch nicht abgewöhnen. Aber wir freuen uns halt immer, wenn sie aus sich heraus kommt und mit uns spielt...

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  4. Zum Glück enden bei euch sämtliche Geiselnahmen unblutig. ;-)
    Apportieren ist bei uns "Arbeit" (einer der Liebsten!), das wird deshalb ebenfalls belohnt.
    Liebe Grüsse
    Nadine & Zingara

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    1. Das wäre ja sonst ein Gemätzel hier und Arbeit muss auch anerkannt / belohnt werden...

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke


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  5. Irgendwie finde ich es traurig, dass Socke nur gegen Belohnung spielt. O.o Das ist ja irgendwie so, als würde ihr das Spielen selbst keinen Spaß machen. :(

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    1. Ich bin jetzt gar nicht so traurig, denn wir sind froh, dass wir Socke das Spielen beibringen konnten. Socke kannte das so nicht. So wie Genki und Momo spielen, spielt Socke nicht, vor allem nicht so ausdauernd. Aber ich glaube durchaus, dass Socke das Spiel mit uns mag und sie Freude daran hat....

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  6. Huhu Sabine,
    das hast du sooo süß geschrieben!
    Es hat super Spaß gemacht die Geiselnahme zu verfolgen.
    Liebe Grüße Heidi mit Isi

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    1. Das ist aber sehr lieb von Dir und freut mich wirklich sehr.

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  7. Ich finde das ganz schön schlau von Socke. Hund muss schon wissen wie er zu seinen Leckerchen kommt *lach* Emma hat sich diesen Sommer auch ein Spiel ausgedacht. Sie bringt mir jeden Tag einen Blumentopf. Zum Glück macht sie ihn nicht kaputt und das Pflänzchen darin überlebt auch. So vorsichtig ist sie dabei. Sie tauscht ihn bei mir gegen Leckerchen und ich stelle ihn wieder an seinen Platz ... bis zum nächsten Tag.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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    1. Das ist ja herrlich. Wie klasse... Ach, ich finde diese Geschichten liebe ich so sehr. Schlaue Emma.

      herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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