Donnerstag, 5. Mai 2016

Dogwalk mit Socke....

- oder mehr oder weniger Laufen für den guten Zweck –


Liebe Blogleser,

heute möchte ich gerne von unserem Dogwalk zugunsten der Hertener Tiertafel berichten. Viele von Euch sind ja schon gespannt, was den Lauf mit Socke so schwer gemacht hat.

Zunächst ein paar Worte vorab. Ich bin sehr dankbar, dass es uns so gut geht. Wir leben hier sehr behütet und sicher. Vielen anderen Menschen geht es nicht so gut. Plötzliche Schicksalsschläge, Krankheiten oder schlechte Chancen machen das Leben für viele Menschen schwer und damit auch ein Leben mit Hunden unmöglich. Daher freue ich mich über die Aktion, die es ermöglicht, dass Menschen, denen es nicht so gut geht, ihre Hunde versorgen und damit behalten können. Vielleicht ist der Hund der einzige Grund für die Menschen nicht ganz aufzugeben.

Es war mir also ein Bedürfnis, zugunsten der Tiertafel mit Socke im Hertener Schlosspark einige Kilometer für den guten Zweck zu laufen. 
Socke hat schon auf der Fahrt keine rechte Lust



Socke wollte aber nicht laufen. Sie legte sich in die Leine und ließ sich nicht zum Weitergehen bewegen. Dabei hatten wir Glück, denn der Regen hatte nachgelassen und wir waren nicht in einem Pulk Menschen unterwegs. Socke hatte zudem am Vormittag ihre Routine gehabt, Ihr Futter bekommen sowie Zeit zum Schlafen gehabt.

Jetzt war der Untergrund nass und körnig und der Socke-nHalter nicht dabei. Sicher Gründe, die Socke nicht besonders schätzt. Aber dennoch war es eine schöne Anlage, in der man wunderbar, auch ganz gemütlich seine eh notwendige Gassirunde drehen konnte.

Socke sah das anders und legte sich in die Leine. Es liegt mir fern, sie an der Leine hinter mir zu ziehen, aber wir waren bereits etwa 1 km unterwegs und dort stehen zu bleiben konnten wir ja auch nicht. Viele Teilnehmer mit ihren Fellnasen überholten uns und schauten uns mitleidig an. „Will sie nicht?“ „Hat sie keine Lust?“ „Sie will wahrscheinlich lieber eine Bratwurst“ waren die Kommentare, die uns zugerufen wurden.

Eigentlich stehe ich über den Dingen und kann darüber lächeln, aber an diesem Tag verging mir das Lachen. Mein erster Gedanke war, dass es Socke schlecht geht. Hatte sie Bauchschmerzen und konnte nicht laufen? Dagegen sprach aber, dass sie bei einem geworfenen Leckerchen oder einem in der Baumrinde versteckten Leckerchen durchaus Freude zeigte. Zudem lag die Rute fröhlich auf dem Rücken. Am ersten Haltepunkt, an dem man seinen Stempel bekam, schnüffelte sie aufgeregt, wer denn da schon alles war.

Wollte Socke mich testen? In der letzten Zeit empfinden wir Socke als etwas "frech", so bellt sie Hunde, die uns von weitem entgegenkommen an oder springt beim Spiel auf uns bzw.  rempelt uns an…. Das kannten wir nicht und ich frage mich, ob die letzten Monate der Erkrankung des Socke-nHalters sie zu dem gemacht hat. Ist es der andere Umgang mit Socke an den Betreuungstagen, der sie so werden lässt, nimmt sie uns nicht mehr ernst oder traut sie uns nichts mehr zu? Ich weiß es nicht.  

Ich musste aber irgendwie weiterlaufen, sei es zurück, sei es den gesamten Weg oder eine Abkürzung finden. So stand ich da und war so wütend.

Meine Gedanken waren, dass ich doch alles mir Mögliche für Socke tue, ich ihr Freiräume schaffe, sie zu nichts zwinge, und ihr nur Gutes will, wir sie versorgen und betreuen und wenn ich mir diesen einen Spaziergang wünsche, dann will Socke nicht. Das kann es doch nicht sein. Warum tut sie das?

Ich stand da und hätte weinen können. Also zog ich Socke wütend grummelnd etwas hinter mir her. In meinen Gedanken fragte ich sie auch, warum sie mir nicht den Gefallen tut und mit mir fröhlich den Weg läuft. Ich würde doch auch alles für sie tun.

Socke ließ sich immer wieder zurückfallen und weigerte sich weiter zu gehen. Ich musste sie wirklich richtig fest ziehen. Ich kann es nicht, obwohl uns eine Hundetrainerin damals gesagt hat, dass wir im aufrechten Gang, Kopf gerade und den Blick in die Richtung des Weges Socke ziehen sollten. Sie würde sich wehren, aber irgendwann merken, dass es nicht nichts nützt und mitlaufen.

Ich war wirklich ratlos, stand da wie bestellt und nicht abgeholt und war wütend, traurig und frustiert. Ich rief den Socke-nHalter an und fragte, was ich den tun solle. Nun, helfen konnte er auch nicht, sagte, ich solle weitergehen. Ja, leicht gesagt.


Und dann kam unsere Rettung. Lady, 8 Jahre alt mit ihrer Familie. 


Ich fragte nach der noch bevorstehenden Länge des Laufs und nach Abkürzungsmöglichkeiten. Das nette Ehepaar gab bereitwillig Auskunft und begrüßte Socke. Sie fragten, ob Socke keine Lust hat und boten an, dass ich mit ihnen laufen konnte. „Los Socke komm mit“, motivierten sie Socke und sie setzte sich tatsächlich in Bewegung. Socke war immer noch nicht begeistert und zierte sich ein wenig. Doch nach etwa 200 m war Sockes Widerstand gebrochen. Sie trabte an der lockeren Leine neben  mir her und auf dem letzten Kilometer sogar vorne vor.

Versteh einer diesen Hund. Am Ziel angekommen ....



... gab es eine Tüte mit Leckerchen, die ich gerne an Lady weiterreichte. Und zwar nicht nur, weil Socke sie nicht futtern darf, sondern auch, weil das Ehepaar mit Lady den Lauf doch noch sehr schön machte. Ich musste nicht mehr über die  Gründe nachdenken, sondern konnte einfach spazieren gehen.  Wir unterhielten uns über dies und jenes, obwohl wir uns gar nicht kannten.

Aber natürlich bleibt die Frage, was mit Socke los war. Ich möchte so etwas nicht noch einmal erleben und überlege, ob wir uns nochmal an einen Tiertrainer  wenden. Vielleicht signalisiere ich Socke Dinge, die ich gar nicht bemerke, vielleicht brauchen wir mal wieder etwas  Unterstützung im Umgang mit Socke, vielleicht haben sich kleine Fehler eingeschlichen, die Socke verunsichern. Ich gehe davon aus, dass Socke nicht böse ist oder mir den Lauf nicht verderben wollte. Vielmehr wird es mein Verhalten sein.

Wir werden berichten. Zumindest haben wir das Ziel nach voller Länge geschafft und zeigen die uns mittlerweile zugesandte Urkunde. 



Und ein paar Impressionen vom Dogwalk habe ich Euch auch mitgebracht.....
Zwei der drei erlaufenen Stempel

Teilnehmer, die keinen Hund hatte, durften sich ein Stofftier mit auf den Weg nehmen.

Der Weg zum Start

Nach dem Lauf durften sich die Fellnasen auf der Wiese austoben.

Sie durften sich stärken....

... oder ausruhen.

Und als wir auf dem Heimweg waren, kamen uns immer noch Fellansen entgegen, die den Lauf absolvieren wollten.

Wir schauten diesen noch nach....


Es gab auch einige Verkaufsstände, die wir aber nur passierten....





Der Schlosspark von Herten ist durchaus einen Ausflug wert.



So verschmutzt war Socke, so dass sie am Abend relativ ungeplant ein Date mit der Badewanne bekam.





Viele liebe Grüße








PS: Wir haben es heute nicht geschafft Eure Blogs zu besuchen und die Beiträge zu lesen. Bitte seid uns nicht böse. Wir haben das wunderbare Wetter genutzt und hatten Einiges zu erledigen. Wir werden dies bestimmt so schnell wir möglich nachholen.

Kommentare:

  1. Also das hatte ich bei meinen Beiden zum Glück noch nicht. Aber bei Ela weiß ich das sie sich auch manchmal weigert zu laufen und sich hinsetzt oder hinlegt. Da kommt man dann nur mit gutem Zureden weiter und nachdem man sie einmal abgesucht hat ;) Obwohl sie seit einiger Zeit viel lauffreudiger ist und gerne mitkommt.

    Mmh sowas ist immer schwer zu sagen. Manchmal wünschte ich man könnte mit den Hunden reden und fragen was denn los ist...

    Liebe Grüße Lily

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, es wäre sicher das Beste, wenn man Socke fragen könnte. Ich habe keine Ahnung, was mit Socke los war. Nach dem Tag war Socke so wie immer. Gerade am den Besuchswochenende war sie lauffreudig. Im Fell hatte Socke nichts, dann legt sie sich hin und hebt das Beinchen. Vielleicht ging es ihr nicht gut.

      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

      Löschen
  2. Dieser Dogwalk war eine sehr gute Sache. Schön das die Beteiligung so groß war. An den Verkaufsständen hätte ich bestimmt etwas gefunden. Die kleine Garderobenleiste sieht ja witzig aus. Schade das Socke keine Freude daran hatte. Ich kann dich sehr gut verstehen. Aber mit Hilfe von Lady ist ja alles gut ausgegangen.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich wollte nach dem Spaziergang mit Socke nur heim. Daher habe ich die Stände passiert und war froh von dort weg zu kommen. Socke hatte auch keine Lust mehr. Dass wir den Lauf geschafft haben freut mich aber sehr.

      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

      Löschen
  3. Neuer Tag - neues Glück, zerbrich dir nicht zu stark den Kopf - auch wir Hunde habe da unsere Launen.
    Grüsse von Ayka

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das wird es sein. In den Tagen danach war auch alles wieder gut….

      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

      Löschen
  4. Eine schöne Sache ist der Dogwalk schon, nur schade, dass das Söckchen so keine rechte Lust hatte. So wie du es beschreibst, so hat sich unser Lucky am Anfang verhalten, da wollte er ja sein Zuhause quasi überhaupt nicht verlassen. Woran es bei Socke aber liegen kann, das weiß ich auch nicht.

    Wuff-Wuff dein Chris

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich werde Socke jetzt wieder mehr im Auge haben, etwas konsequenter sein und dann mit dem Socke-nHalter entscheiden, ob wir einen Hundetrainer ins Haus holen. Bei einer einmaligen Verweigerung will ich jetzt nicht die Pferde scheu machen, aber Socke wird genauer beobachtet.

      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

      Löschen
  5. Das ist ja eine tolle Aktion, so ein Dogwalk!
    Und so hatte es ja auch noch was Gutes, eine tolle Begegnung mit fremden Menschen. Ist ja auch eher eine Seltenheit geworden!
    Aber das Socke sich so quer gestellt hat ist natürlich unschön. Das hätte mich auch sehr frustriert! Ich bin gespannt wie Du da vorgehen wirst! Aber vermutlich ist es gar nicht so verkehrt noch mal jemanden dazu zu holen. Ab und zu ist eine Meinung von einem Aussenstehenden ganz gut! Ich merke es bei mir auch immer wieder. Aber da ich mit beiden Hunden nach wie vor in der Hundeschule bin, werde ich gelegentlich auf Fehler hingewiesen.....

    Viele liebe Grüße und einen dicken Knuddler an Socke
    Steffi mit Ren & Stimpy

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist ja praktisch, wenn man in der Hundeschule ist und ein korrektiv hat. Ich wäre auch gerne regelmäßig in der Hundeschule, genau aus dem Grund, aber das Angebot passte einfach nicht. Zudem ist es mit Socke und ihrem Befinden immer so eine Sache und im Sommer, wenn es zu warm ist, kann ich das mit Socke gar nicht machen, dazi meine Arbeitszeiten... du siehst schon, es passt hier leider nicht.


      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

      Löschen
  6. Liebe Sabine,

    so ein Dogwalk ist echt eine tolle Sache. Und ich freue mich, dass ihr ihn doch noch absolvieren konntet.
    Was Socke angeht: Vielleicht hatte sie wirklich einen schlechten Tag und keine Lust. Das merke ich ab und an bei Moe auch und ich habe das Gefühl, umso älter er wird, desto häufiger kommt das vor. Es gibt Tage, da hat er keine Lust weiterzugehen, weil er seinen Willen nicht bekommt. Dann sitzt er wie ein sturer Esel auf dem Weg und bewegt sich nicht weiter. Das kannte ich so auch nicht von ihm. Oder er dreht einfach wieder um und zieht mich nach Hause, weil er keine Lust mehr hat.
    Ich würde das bei Socke auf eine Phase schieben und sehen, ob sich das wiederholt. Unterstützung von außen ist sicherlich nicht verkehrt.

    Alles Gute für euch und liebe Grüße
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich denke, dass Du Recht hast und Socke einen schlechten Tag – vielleicht sogar Schmerzen - hatte. Danach war sie wie immer. Ich will jetzt auch nicht die Pferde scheu machen, aber ich behalte das im Blick. Im Alltag habe ich nicht immer Zeit mich nach Socke zu richten. Da muss Socke sich zwangsläufig nach mir richten und ich habe keine für solche Verweigerungen.

      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

      Löschen
  7. Oh wie schön, das sieht nach einem schönen Tag aus. Eine wunderbare Idee so ein Dogwalk.
    Prima gemacht, liebstes Söckchen & Frauchen.
    LG, Caspers Frauchen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist lieb von Euch und freut mich sehr…

      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

      Löschen
  8. Liebe Sabine,

    ich kann Deine Gedanken sehr gut verstehen ... und auch die Verzweiflung. Mit Laika hatte ich viele solcher Momente - bis ich wirklich lernen konnte loszulassen und ganz entspannt meinen Weg mit ihr zu gehen.
    Laika war in vielen Dingen ein bisschen wie Socke - in sich ruhend, sehr behütet (auch durch ihre Krankheit) und etwas verwöhnt. Sie nahm sich bei Spaziergängen immer viel Zeit, sie trödelte manchmal und sie wollte nicht alle Wege laufen. Sie war eigenständig und teilweise bockig ... und auch wieder nicht.
    Irgendwann war mir klar, ich konnte ihr zwar manche eigenständigen Entscheidungen überlassen, aber die meisten Entscheidungen musste ich treffen ... und so änderte ich meinen Umgang mit mir, ihr und meine Einstellung. Natürlich durfte Laika noch sitzenbleiben und sich Kühe anschauen - aber an einer Stelle, die mir gefiel und die mir auch die Möglichkeit bot, mich ausreichend mit Damon zu beschäftigen.
    Wege und Richtungen bestimmte ich - ohne darüber nachzudenken, einfach vorweg laufend ... Laika folgte dann eigentlich immer. Ich musste mir oft sagen, es ist zu ihrem Besten, wenn ich Entscheidungen treffe, denn nur so kann ich ihr Sicherheit und Vertrauen geben.
    Aber auch für mich war damals der Blick von außen sehr hilfreich und ich bin heute noch Mirjam Cordt dankbar, die sich fast einen Tag für uns Zeit genommen hat ... es war wichtig zu verstehen, wie Laika tickte ;)
    Ich wünsche Dir, dass Du auch einen für euch alle gangbaren Weg findest und gemeinsame Gassigänge immer schöne Momente sind.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dein ausführlicher Kommentar freut mich sehr und macht mir Mut. Das nette Ehepaar schaffte es, dass ich nicht mehr über Socke nachdachte, sondern einfach weiter gelaufen bin. Insoweit hast Du sicher Recht. Da es ein einmaliges Erlebnis war, werde ich jetzt erst einmal etwas konsequenter mit Socke sein und sie etwas fordern. Sollten weitere Probleme oder Fragen auftauchen, werden wir uns auch Hilfe holen.

      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

      Löschen
  9. Hm, vielleicht hatte Socke einen schlechten Tag? Und grössere Hundeansammlungen mag sie ja auch nicht so oder nicht? Ihrem sonstigen Verhalten nach kann man ja eigentlich Schmerzen ausschliessen (bei einem Arthroseschub läuft Zingara auch nicht). In letzter Zeit ist Zingara auch immer öfters altersstur und bleibt an Verzweigungen stehen, wenn ich nicht den Weg nehme, den sie sich in den Kopf gesetzt hat. Ich motiviere sie dann jeweils mit der Stimme und mit Futter; an der Leine ziehen mag ich nicht so.
    Liebe Grüsse
    Nadine mit Zingara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich glaube immer mehr, vor allem rückblickend, dass es Socke nicht gut ging oder sie irgendetwas massig gestört hat. Etwas, was ich nicht gemerkt habe. Futter und gutes Zureden half nicht, leider. Ich werde das nicht vergessen und Sockes Verhalten im Auge behalten.

      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

      Löschen

Euer Kommentar ist genau das, was diesem Beitrag noch fehlte.
Wir danken für Euren Freudenspender, Spaßmacher und Infogeber.