Donnerstag, 2. April 2015

Kommunikative Führerscheinprüfung nicht bestanden…..


-    oder unser  Seminarbericht vom 28.03.2015 -
Socke am 28.03.2015 in Ascheberg


Liebe Blogleser,


nun hat die liebe Andrea ja schon berichtet, wie sie mit Linda in der „Fahrhundeschule“ zum Teamgespräch gewesen ist. Und was soll ich sagen, die beiden würden die Prüfung bestehen. Theorie und Praxis null Problem. Bitte schaut Euch den herrlichen Bericht  hier von den beiden an…

Wir  haben auch an dem Seminar teilgenommen und was soll ich sagen. Bei Socke und mir sieht das  schon wieder ganz anders aus. Socke ging es am Vormittag nicht gut. Dies ist keine Ausrede, sondern leider eine Tatsache. Erst als sie gegen Mittag eine zusätzliche Portion Futter und ihr Magenmittel bekam, ging es etwas besser. Aber sie wird auch nie eine Spitzenfahrerin werden, soll heißen jeder Rennstall kann gut auf uns verzichten.

Nun frage ich mich natürlich, ob es überhaupt  interessiert, wie man eine Prüfung nicht besteht? Doch würden wir natürlich gerne von unserem Tag berichten, der für uns schön und  für die Trainerin sicher eine besondere Herausforderung war.

Die Themen des Tages lauteten:



 und wurden anhand einzelner Übungen bearbeitet.





1.    Gleisarbeiten

Die erste Übung bestand darin, den Hund zunächst mit Worten, dann ohne Worte über die Hürden, die Bahngleise darstellen sollen, heranzuholen. Beim dritten Mal, sollte es uns gelingen den Hund vor den vermeintlichen Gleisen zum Stehen zu bringen. Was  soll ich sagen, Socke hat nicht wirklich Lust auf diese Übung.  So wurden die  Bahngleise umlaufen und der letzte Teil des Weges eher  zögerlich zurückgelegt. Dumdidumdidum. Da halfen dann auch die Tipps der Hundetrainerin nicht, Socke mit langsamen  Winkbewegungen zu mir zu holen. Den dritten  Teil der Übung möchte Euch  gerne mit einem Video zeigen, das Andrea gemacht hat. Dafür danke ich ihr recht  herzlich.



Socke hielt nicht vor den Gleisen, sondern setzte sich mittendrauf. Den von der Trainerin nachgemachten Zug verbellte Socke, um dann gaaaaaanz langsam zu mir zu schlendern.



2.    Handgeführtes  Labyrinth

Die zweite Übung  war  dann schon etwas komplexer und beschäftigte uns bis zum Mittag. Ziel war  es unsere Hunde außerhalb des Labyrinthes stehend, allein durch Handzeichen und die richtige Körperspannung durch dieses zu lotsen. Es gab einige vorbereitende Übungen. So mussten wir mit unseren Hunden erst an der Leine durch das Labyrinth gehen, dann ohne Leine usw.


Bei uns klappten die Übungen schon nicht wirklich gut, was sicher auch an meiner  Körperhaltung lag. Sie hin zu hocken, um den Hund anzulocken ist gut, sich dabei aber zu ihm umzudrehen ist verkehrt, denn man blockt ihn so mit seiner  Schulter. Wieder etwas gelernt. 




Die Abschlussübung und das Ziel erreichten wir demnach nicht. Socke ließ sich zwar zunächst in das Labyrinth hereinführen, blieb aber dann stehen und war zu nichts zu bewegen. Ich sollte zur Trainerin kommen und wir unterhielten uns. Was macht Socke? Sie geht den bereits zurückgelegten Weg im Labyrinth zurück, marschierte in Seelenruhe an den wartenden Hunden vorbei und kam zu mir.

Ihr wollt Beweise? Bitte schön….






3.    Widersprüchliches in Wort und Tat

Nach dem Mittag testeten wir dann,  ob unsere Hunde eher auf die Kommandos achten oder auf  die dazu gemachten Handzeichen. Soll heißen, wir sollten Sitz sagen, Platz zeigen und umgekehrt. Zunächst folgte  aber eine Selbsteinschätzung. 




Viele Teilnehmer meinten der Hund folgt dem Handzeichen, was auch stimmte. Ich hingegen glaubte, dass Socke nichts machen würde, mich angucken und nach einem eindeutigen Kommando fragen würde. Doch auch Socke reagierte auf das Handzeichen. Frauchen scheitert also auch in der Theorie.




4.    Kniffliges Wendedeckenmanöver 

In  der nächsten Übung ging es um die Frage, wie kann ich eine Decke, auf die  der Hund sitzt wenden, ohne dass der Hund die Decke verlässt. Ich hatte keine Ahnung, keine Idee, aber Andrea kannte die Lösung. Sie machte es vor und wir eiferten nach. Um nicht ganz so blöde dazustehen, versuchte ich  es mit  einer kleinen Decke. Dies sah  alles sehr holperig aus, aber ich schaffte es.

Nun muss man sich ja nicht die ganze Zeit auf seinem Blog blamieren und so verweise ich  hier  auf das Video von Andrea. Denn sie konnte die Aufgabe auch zuerst lösen. Insoweit ist es bei uns auch nur  schlechte Imitation.



5.    Todesspiel – vom Spiel in den  Tod - 


Wir sollten mit unseren Hunden toben und im Höhepunkt des Spieles zusammensacken. Wir würden wohl unsere Hunde reagieren. Jeder Hund reagierte anders, bis auf die Tatsache, dass alle den Atem ihres Halters überprüften. Ein Hund tobte weiter und bellte, ein anderer Hund schien Hilfe bei den Teilnehmern zu holen und Socke? Socke erstarrte, so dass die Übung abgebrochen werden musste. Sie kam in eine Körperstarre und  fing dann mit dem Stresshecheln an. 




Eine spannende Situation, die nichts  über  die Bindung von Hund und Mensch aussagt und die man vor  allem nicht trainieren kann….



6.    Fleischige Verlockungen

In  einer letzten Übung wurde den Hunden ein Leckerchen gezeigt an das sie nicht kommen konnten. Wir mussten an dem Leckerchen vorbeigehen und mit verschiedenen Kommandos versuchen die Hunde davon abzulenken. 




Socke war schon sehr  an den Leckerchen interessiert, schließlich bekommt sie seit zwei Jahren nur Schonkost, nur püriertes Futter, nichts zum Knabbern und nichts mit  Fett und somit  mit  Geschmack. Insofern hatte ich sogar  Verständnis für Sockes Interesse und vielleicht  war mein Nein dann auch nicht überzeugend genug. Im Ergebnis ließ  sich sie mit meinem Mahnenden Räuspern aber  doch von dem Objekt der Begierde abhalten.



Zum Abschluss wurde uns noch  eine kurze Einschätzung der Trainerin zu jedem einzelnen Mensch- Hund –Team gegeben. Ehrlich gesagt kann ich mich an die eigentlich doch wichtigen Worte über uns nicht erinnern. Andrea erinnerte sich daran, dass ich Socke mehr zutrauen kann. Ja, bei einem  kranken Hund kommt schon einmal die Glucke durch.

Mir ist es aber wichtig, dass ich mich in der Beziehung mit Socke wohlfühle, ich sie so annehme, wie sie ist und auch, wenn es nicht so gut  läuft, glücklich bin. Dieses Ziel haben wir erreicht und es   war  ein wunderschöner Tag, an dem ich viel über mich und Socke gelernt habe.

Und  natürlich bin ich besonders froh, dass es unseren Gästen gefallen hat. Etwas Sorge hatte ich, dass sie von mir, Socke, dem Seminar und dem Münsterland enttäuscht  sein könnten. Aber nein, alles gut. Ich bin dankbar, Andrea mit Linda persönlich kennengelernt  zu haben und drei Tage mit ihnen verbringen zu dürfen.

Und wenn Ihr jetzt meint, dass man sich als Fremde trifft, dann stimmt  das für meine Seite nicht. Andrea  ist  auf  ihrem Blog authentisch und so hatte ich das Gefühl, sie zu kennen.

Viele liebe Grüße


Kommentare:

  1. Wieder einmal ein unglaublich spannendes Seminar! Und ich finde Sockes Idee den herannahenden Zug erst einmal anzubellen sehr kreativ - wenn auch im wahren Leben nicht unbedingt praktikabel. ;-)
    Liebe Grüße
    Lotta

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    1. Herzlichen Dank, liebe Lotta. Uns hat es sehr gut gefallen und gelernt hat man ja auch wieder etwas. Zum Glück halten wir uns von Gleisanlagen fern und , wenn dann käme Socke an die kurze Leine....

      Viele liebe Grüße und ein frohes Osterfest
      Sabine mit Socke

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  2. Da sieht man wieder mal, dass Socke jederzeit für eine Überraschung gut ist - eben ein ganz besonderer Hund ;)
    Die Aufgaben sind auf jeden Fall sehr spannend und ich bin mir sicher, dass wir sie auch nicht problemlos hätten lösen können.

    Liebe Grüße
    Abby

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    1. Dank für Deine lieben Worte. Nun, Socke ist speziell, die Aufgaben aber auch. Im Alltag kommen wir zum Glück besser.

      Herzlichen Dank, viele liebe Grüße und ein frohes Osterfest

      Sabine mit Socke

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  3. Liebe Sabine,
    Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht, den ich mit großem Interesse gelesen und angeschaut habe. Wir haben bei unserer Hundeerziehungsberaterin viel über nonverbale Kommunikation zwischen Mensch und Hund gelernt und so ist es natürlich doppelt interessant für uns mal zu schauen, wie es die anderen machen. Manches ist ähnlich, manches anders und eine Übung habe ich nicht verstanden (tot stellen, wozu?) und es kommt mir auch zu drastisch vor, die Hunde einer solchen Stesssituation auszusetzen. Die anderen Übungen sind mir vertraut, das haben wir in ähnlicher Form auch schon gemacht - mit durchaus wechselndem Ergebnis. Ein Hund ist ja keine Maschine, die immer gleich reagiert und gerade in einer Seminarsituation kommen noch viele andere Stressfaktoren dazu (fremde Umgebung, fremde Menschen, fremde Hunde) und ich finde, ihr habt es gut gemacht. Nicht perfekt, aber jede Situation zeigt, dass ihr euch wichtig seid und am Rest kann man ja arbeiten ;)
    Liebe Grüße und frohe Ostern,
    Silke

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    1. Liebe Silke,

      ich freue mich sehr über Deine ausführliche Antwort. leider weiß ich nicht, warum wir diese Totstell-Übung chlimm. Socke wurde ja beobachtet und es wurde eingegriffen, als es zu stressig wurde. Als ich hier im Haus einmal gestürzt bin, hat Socke auch ganz anders reagiert. Sie rannte zu mir und Herrchen kam maun aun mich heran.

      Ich fühle mich mit Socke wohl und wir meistern unseren Alltag ganz gut. Solche Aufgaben begegnen uns im Alltag nicht und Socke mag diese Wiederholungen einfach nicht.

      Im Übrigen arbeiten wir immer weiter.

      Herzlichen Dank, viele liebe Grüße und ein frohes Osterfest
      Sabine mit Socke

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  4. Liebe Sabine,

    das sieht nach einem echt spannenden Seminar aus. Ich hätte auch gerne mitgemacht, Frauchen meint, sie sei sich nur nicht so sicher, wie ich auf den Zug reagiert hätte :-) Im Labyrinth wäre ich aber bestimmt über die Gänge gehopst. Auf jeden Fall war es sehr aufschlussreich, euch bei einem solchen Seminar einmal über die Schulter zu schauen.

    Wuff-Wuff dein Chris

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    1. Danke schön, lieber Chris. Das freut uns sehr, dass Euch unsere Bericht gefallen hat.

      Es gab wirklich Hunde, namentlich die, die viel Aguility gemacht haben, die immer auf die Kartons gehüpft sind. Socke würde das niemals machen

      Herzlichen Dank, viele liebe Grüße und ein frohes Osterfest
      Sabine mit Socke

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  5. Das würde mich also sehr wundern, wenn ihr die Führerscheinprüfung nicht bestehen würdet!
    Das Labyrinth müssen wir unbedingt auch einmal ausprobieren.
    Liebe Grüsse und schöne Ostern
    Nadine & Zingara

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    1. Nun, ja, wie hatten nicht unseren besten Tag, aber wir hatten Spaß - auch weil Andrea mit dabei war - und haben viel über uns gelernt.

      Herzlichen Dank, viele liebe Grüße und ein frohes Osterfest
      Sabine mit Socke

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  6. Liebe Sabine,
    auch ich finde es ganz spannend und ehrlich von dir, diesen Beitrag mit Filmen einzustellen - gerade weil nicht alles perfekt ist/war. Söckchen ist halt auch ein Terrier - und was ein Terrier nicht versteht/will, das macht er nur, wenn er absolut im Gehorsam steht - will man das wirklich - wir wohl eher nicht, daher finde ich die Übungen ganz aufschlussreich.
    Totstellen - ups - da habe ich ein Problem mit, kann es aber nicht in wenigen Zeilen erklären, deshalb lösch ich meine Zeilen dazu wieder.
    Herzliche Grüße - Monika

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    1. Liebe Monika,

      ich versuche immer ehrlich zu sein, aber natürlich sind solche Videos sehr, sehr ehrlich. Schade, dass Du nicht geschrieben hast, was Du über die Totstell-Übung denkst.

      Socke wurde ja beobachtet und es wurde eingegriffen, als es zu stressig wurde. Als ich hier im Haus einmal gestürzt bin, hat Socke auch ganz anders reagiert. Sie rannte zu mir und Herrchen kam kaum an mich heran.

      Socke ist kein Terrier, auch wenn der Rassename so lautet. Sie hat nur einen gesunden hundetypischen eigenen Willen.;O)

      Herzlichen Dank, viele liebe Grüße und ein frohes Osterfest
      Sabine mit Socke

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  7. Schöne Übungen, bei der ich das Söckchen und das Frauchen auch mal in Aktion sehe. Egal, ob man da ein Ziel erreicht oder nicht, wichtig sind die kleinen Denkanstöße, wie bei jedem Seminar.
    LG Ottimaks

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    1. Nun, ich bin ja nicht unbekannt und bekannt aus gelsenkirchen. Es freut mich aber schon, dass die Videos gefallen....
      Und mit dieser Einstellung nehme ich auch an den Seminaren teil.

      Herzlichen Dank, viele Grüße und ein frohes Osterfest
      Sabine ZN

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  8. Wieder ein sehr ihteressantes Seminar. Schade, dass es Socke nicht so gut gegangen ist, aber ihr habt an diesem Tag wieder vile dazugelernt. Charly reagiert auch auf Handzeichen machmal besser, als Kommandos.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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    1. So ist es, immer mal wieder etwas gelernt....

      Herzlichen Dank, viele liebe Grüße und ein frohes Osterfest
      Sabine mit Socke

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  9. Liebe Sabine, in der Ruhe liegt die Kraft und wie Du darauf kommst, Ihr hättet die Übungen schlechter absolviert wie wir - ein Mysterium, fürchte ich... ;)

    Ich fand uns großartig, gerade weil ich gesehen habe, wie viel Stress und vor allem Erfolgsdruck doch bei vielen anderen Teilnehmern aufkam, die sich damit, zumindest bei diesem Seminar, oft selbst im Weg standen. Gott sei Dank können wir über uns selbst lachen und auch darüber, was unsere Hunde tun oder auch nicht tun. Ich habe einiges von diesem Tag mitgenommen und auch schon hier und da angefangen, etwas an meiner Körpersprache zu ändern. Hierzu waren die Videos von diesem Tag sehr hilfreich, da habe ich aber so einiges entdeckt, was ich noch hätte besser machen können. Immer wieder seeeehr aufschlussreich...

    LG Andrea mit Linda, die hoffen, das wir bald wieder ein Seminar zusammen bestreiten

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    1. Liebe Andrea,

      ich bin nicht einmal traurig, dass es so lief, denn ich hatte viel Freude und habe wieder etwas gelernt. Und natürlich kann ich über uns lachen. Bei den Videos, namentlich dem letzten aus er Labyrinthübung, verfalle ich immer noch in ein lautes Lachen. Wie Socke aus dem Labyrinth trabt und ganz gelassen zu uns kommt. Wir müssen zum Glück solche Übungen nicht im Alltag bewältigen.

      Eigentlich bin ich schon ehrgeizig, aber mit Socke ist das eher hinderlich. Sie verweigert sich dann eher. Also, muss ich auch gelassener werden. Zudem habe ich ja auch immer Sockes Befinden im Kopf.

      Leider ist das Seminat im Juni schon ausgebucht. Elke mit Peppino hatte versucht, einen Platz zu bekommen. Aber irgendwann klappt es bestimmt.

      Ich freue mich, dass sich der Weg gelohnt hat. Und wir würden immer wieder gerne mit Euch Seminare oder andere Erlebnisse teilen.

      Herzlichen Dank, viele liebe Grüße und ein frohes Osterfest
      Sabine mit Socke

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  10. Ein spannender Bericht.
    Bei so Übungen mit der Bahnschranke wissen die Hunde ja, dass es nicht ernst ist. Ich denke, Nelly wäre entweder schnell auf mich zugestürmt oder hätte sich von etwas ablenken lassen.
    Ich finde es jedenfalls sehr gut, dass Ihr das ganze mit Lockerheit angeht. Könnte mir vorstellen, dass es auch Teilnehmer gibt, die das alles eher verbissen sehen?
    Viele liebe Grüße
    Katrin

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    1. Danke schön, liebe Katrin. Das freut micht sehr.....Ich hatte nicht das Gefühl, dass dort sehr verbissene teilnehmer dabei waren. Die meisten kannten ihr Hunde und deren Schwächen. Zumindest habe ich mich nicht davon anstecken lassen....

      Herzlichen Dank, viele liebe Grüße und ein frohes Osterfest
      Sabine mit Socke

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