Donnerstag, 9. April 2015

Socke ein Körpersprachentalent?

-    oder Frauchen Körpersprache 6, setzen -
Socke im Erlengrundwald im März 2015


Liebe Blogleser,


seit dem Seminar Teamgespräch, vom dem wir Euch hier berichtet  haben, bin ich verunsichert und nachdenklich. Habe ich doch dort  gelernt, dass  die Körpersprache für die Kommunikation mit seinem Hund besonders wichtig ist, wichtiger als die Sprache mit  Worten. 



Das Buch von Stephanie Lang von Langen: Ich weiß, was Du mir sagen willst, bestärkte mich, denn auch sie weist überzeugend auf die Bedeutung der  Körpersprache im Umgang mit  seinem Hund hin. Darüberhinaus  sind es auch die Körperhaltung, Spannung des Körpers und die nicht sichtbaren Körpersprache wie Stimmungen, Gefühle sowie Empfinden die Sprache, die unsere Hunde verstehen und auf die sie reagieren.  An all diesen Komponenten orientieren sie sich im täglichen Umgang mit  uns Menschen.


Schaue ich mir nun die Videos des oben erwähnten Seminars an, weiß ich, warum viele Übungen nicht geklappt haben. Ich war verunsichert und die Anweisungen der Trainerin ließen es nicht zu,  selbst nach einer Lösung zu suchen. Ich reagierte im Laufe des Seminars nicht nur auf die Anweisung, sondern wartete förmlich auf diese. Im Nachhinein hätte ich es gerne anders gemacht, wäre zum Beispiel aus der Übung rausgegangen, hätte neu begonnen, vielleicht an anderer Stelle, sei es örtlich, sei  es zeitlich.  Nun ist ja nicht so viel Zeit in einem solchen Seminar und die anderen Teilnehmer haben auch  das Recht die Übungen zu machen. Dies ist keine Kritik am Seminar, ganz im Gegenteil. Ich habe so angefangen zu denken und zu hinterfragen.



Aber  wie sieht es denn im Alltag aus? Ich glaube meine Körpersprache ist nicht klar und präzise. Ich vermute die Körpersprache ist bei mir der Spiegel  meiner Sprache. Ich rede recht schnell und somit auch oft  undeutlich. Bei meiner Körperhaltung fehlt mir die Spannung, insbesondere , wenn ich abends von der Arbeit komme und oft schon sehr müde bin. Aber auch morgens auf  den Gassirunden, wenn ich  schon mal gedanklich bei einem dienstlichen Problem bin, sind meine Kommandos und die Körpersprache nicht homogen.  Oder auch, wenn wir  nicht alleine unterwegs sind. Dann  wird geschwatzt und Sockes Ansprache erfolgt mehr nebenbei oder ist  geprägt von der  augenblicklichen Gesprächssituation. Soll heißen,  lacht man gerade,  bin ich vielleicht flapsig, diskutiert man heiß, vielleicht erregt bei den Kommandos. 


Und immer  wieder gibt es Phasen, wo ich versuche auf meine Körpersprache zu achten. Und  natürlich bin ich auch lernfähig und weiß, dass ich mit den Blick zurück und der damit einhergehenden Schulterbewegung Socke blockiere und dies in Verbindung mit einem „Komm“ widersprüchlich bin. Und trotz dieses Wissens möchte ich nicht wissen, wie oft  ich  dies  auf  unseren Gassigängen tue. 

Ich achte ehrlich gesagt selten bewusst auf meine  Körpersprache, auf die richtige Spannung  im Umgang mit Socke. Ich bin eigentlich meistens recht unbekümmert und unbedarft, obwohl ich schon viel gelesen und gehört habe. Ich spiele mit Socke, liege bei ihr, streichle sie,  gebe Futter und bin mit Socke viel unterwegs ohne dabei auf meine richtige Körpersprache  zu achten.




Wenn ich Rückenschmerzen habe,  stehe ich nicht aufrecht und gerade vor Socke. Schmerzt die rechte Schulter mal wieder, kann ich die hier verwendeten Handzeichen gar nicht so exakt ausüben. Zum Glück kann ich aber das Dotti auch mit der linken Hand werfen. ;o)


Und dennoch bewältigen wir unseren Alltag ohne große Probleme. Socke scheint zu verstehen, was ich von Ihr möchte, ohne dass ich selber das  Gefühl habe klar und deutlich zu sprechen.

Ich frage mich also, wie Socke das macht.  Wie schafft sie es mich so gut  zu verstehen, darüber hinaus meinen Mann und die Hundesitterin, die eine ganz andere Sprache sprechen. Sollte Socke ein Körpersprachentalent sein, rät sie nur, was zu tun ist und liegt in 90 % der Fälle richtig, soll heißen sie ist ein Glückhund?

Was meint Ihr zu dem Thema und wie sie es bei Euch mit der Körpersprache aus?



Kommentare:

  1. Ich bin ja sowieso der Ansicht, dass sie schlauer sind, wie wir denken...

    Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass das jemand hinkriegt, 24 Stunden körpersprachlich korrekt mit dem Hund zu agieren - täglich!!! Das bringen wir, die wir ja nun nicht wirklich im Hier und Jetzt ruhen, leider nicht hin. Ich denke deshalb, da darfst Du nicht so streng sein mit Dir. Selbstverständlich verstehen sie uns und unsere verquere Sprache trotzdem. Leben ja lang genug mit uns zusammen, um dieses Kauderwelsch passend interpretieren zu können... ;)

    Natürlich soll das nicht heißen, dass man sich nicht um eine zum Kommando passende innere Haltung und Ausdruck bemühen sollte. Ganz besonders immer dann, wenn eben etwas nicht funktioniert, wie wir uns das wünschen. Dann stehen wir uns wahrscheinlich im wahrsten Sinne des Wortes selbst im Weg herum und brauchen nicht den Hund anzumaulen, wenn er mal wieder nicht schnell genug kommt oder oder...

    Ich möchte gar nicht wissen, was Linda als dazu zu sagen hätte - lach...

    Deine sich auch um eine korrekte Körpersprache bemühende

    Andrea

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  2. Schön, dass Du Dich meldest, glaube ich doch, dass Du körpersprachlich einiges auf der Pfanne hast.

    Ich sagte ja, dass ich nicht weiß, was das Seminar mit brachte. Nun, jetzt weiß ich es... Ich bin so überrascht, wie wenig ich mit der Körpersprache arbeite und versuche darauf zu achten. Jeden Tag ein wenig....
    Und immer mehr merke ich wie wenig ich damit arbeite...

    Schwierig, schwierig, daher bin ich froh, dass Socke mich auch so meist versteht...

    Danke schön und viele liebe Grüße
    Sabine ohne Körperspannung faul im Bett liegend mit Socke schnarchend daneben

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    1. Na siehst Du, das hat Socke doch gleich verstanden, das mit ohne Körperspannung faul im Bett liegend... *lach*

      Perfekt körpersprachlich umgesetzt!

      Anerkennend
      Andrea

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    2. Ja, in diesem Punkte verstehen uns Socke und ich uns wunderbar. Kommunikation perfekt…

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  3. Liebe Sabine,

    ich glaube ja, dass der Hund sich seinem Menschen anpasst. Und das Söckchen weiß bestimmt, was deine einzelnen Haltungen zu bedeuten haben, weil sie dich einfach in den letzten Jahren intensiv studieren und kennen lernen durfte. Ich merke auch sofort, wenn es Frauchen mal nicht so gut geht und komme dann gleich zu ihr, um sie zu trösten. Das Frauchen achtet jetzt auch nicht so sehr auf die Körpersprache. Aber wir verstehen uns und das ist die Hauptsache.

    Wuff-Wuff dein Chris

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    1. Lieber Chris,

      Du bist ein feiner Hund. Ich glaube auch, dass man sich verstehen kann. Und ich freue mich, dass Du so ehrlich bist.

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  4. Ich glaube, unsere Hunde haben gelernt uns zu lesen, auch wenn wir undeutliche Signale senden. Ich denke sie haben sich einfach so sehr an uns und unser Leben mit ihnen angepasst, das es für sie mitlerweile sogar relativ leicht ist.
    Mein Freund ist ein gutes Beispiel dafür. Wir sind jetzt zwar schon drei Jahre zusammen, aber sehen uns fast nur am Wochenende. Die Hunde lieben ihn über alles, aber trotzdem sieht man vor allem Sam manchmal deutlich an das er von seinem Verhalten verwirt ist (man muss dazu sagen das mein Freund vorher noch nie wirklich Kontakt zu Hunden hatte. Klar mal auf der Straße getroffen, aber keiner seiner Freunde oder in der Familie hat einen Hund).
    Auch meine Signale sind wie bei dir oft "schwammig", und nicht besonders bedacht und klar ausgedrückt. Aber sie haben gelernt mich zu lesen und zu verstehen. Bei Viktor ist es aber noch was anderes. So war Sam z.B. total verunsichert, wenn Viktor sich mal über in gebeugt hat, sei es um ihn zu streicheln oder auch wenn es in diesem Moment nichts mit Sam zu tun hatte. Er hat sich geduckt und ist dann schleichend davon gegengan. Am Anfang hat es etwas gedauert bis ich begriffen hatte womit sein Verhalten zusammen hängt.
    Was ich damit sagen will ist, das wir bei Viktor viel mehr auf seine Körpersprache achten müssen als bei mir. Ich kann mir eigentlich alles erlauben, aber bei ihm müssen wir beide drauf achten was er so macht. Mittlerweile hat sich das super eingespielt, aber am Anfang hat es schon einige Konzentration gefordert.
    Liebe Grüße
    Jasmin mit Nora, Rico und Sam

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    1. Liebe Jasmin,
      ich danke Dir sehr für Deine ausführliche und ehrliche Kommentierung. Deinen Gedankengang, dass Körpersprache bei Deinem Freund wichtiger ist als bei Dir finde ich sehr spannend. Insoweit hast Du vielleicht Recht, dass die Körpersprache bei dem engsten Rudel leichter funktioniert.

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  5. Liebe Sabine
    Unsere Hunde sind extrem gute Beobachter, und sehen und wissen viel mehr als wir vielleicht meinen. Das wurde mir erst kürzlich wieder bewusst, als ich endlich eingestehen musste, dass Zingara tatsächlich taub war, obwohl sie meine Hörzeichen zu 99% korrekt ausführte. Durch subtile (und weniger subtile) Körperzeichen wusste sie trotzdem was zu tun war...
    Vielleicht hilft es mir, dass ich aus dem Hundesport-Bereich komme. Da wird ja teilweise sehr genau darauf geachtet, entweder keine Sichtzeichen (Begleithund, Obedience,..) oder eben eindeutige Zeichen (Agility, Dummytraining,...) zu geben. Und wie wenn ich etwas geahnt hätte, war mir immer wichtig, dass Zingara sowohl ein Hör- wie auch ein Sichtzeichen kennt.
    Liebe Grüsse
    Nadine

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    1. Wie gut, dass es genau so ist, liebe Nadine. Du hast alles richtig gemacht, wenn auch nicht beabsichtigt, hast Du richtig Glück, Ich hoffe, dass es bei uns auch gut wird und ich versuche an meiner Körpersprache zu arbeiten, für Socke und für die Zeit des hohen Alters.....

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  6. Manchmal wäre es schon ganz praktisch, wenn die Körpersprache von euch Zweibeinern deutlicher wäre. Aber ich finde, man darf euch da keinen Vorwurf machen, denn immerhin fehlt euch ja der Schwanz, der dringend zum Wedeln (oder eben auch nicht) notwendig wäre. ;-)
    Liebe Grüße
    Lotta

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    1. Ha, ha, ha...Sockes Rute liegt eigentlich fröhlich auf dem Rücken und wird nicht so genutzt wie bei anderen Hunden. Daher könnte sie mit meiner Rute gar nichts anfangen. Ich übrigens auch nicht..;o)

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  7. Seitdem ich eure Videos vom Seminar gesehen habe, überlege ich natürlich auch, wie wir denn dort abgeschnitten hätten. Bei drei Hunden bei jedem natürlich unterschiedlich, wobei ich mit Emi wohl noch die besten Ergebnisse erreicht hätte, weil sie am Meisten auf mich achtet. Hier hätte mich wirklich interessiert, wie wir den Weg durch die Kartons geschafft hätten. Generell denke ich aber, dass ich beim Seminar auch angespannt gewesen wäre und eher mit den Ergebnissen zu Hause hätte richtig arbeiten können. Das ist doch letztendlich auch der Sinn.
    Was die Körpersprache angeht, so arbeiten wir teilweise damit, aber sicher noch lange nicht genug. Es ist aber ein sehr interessantes Thema.
    Ich bin übrigens überzeugt davon, dass die Hunde viel mehr in uns lesen, als wir uns vorstellen können. Wahrscheinlich kennen sie uns viel besser als wir uns selbst.

    Liebe Grüße
    Sylvia mit Emi, Luke und Pflegi Manu

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    1. Herzlichen Dank, liebe Sylvia für Deinen ausführlichen Kommentar. Dein Worte machen mir Mut. Interessant finde ich das Thema auch, aber in der Praxis sehr schwierig. Zumindest für mich und im Moment. Vielleicht denke ich zu viel nach.

      Es klappt ja auch bei uns ganz gut....

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  8. Ich schliesse mich komplett Andrea's Worten an!!!
    Liebes wuffi Isi

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    1. Danke schön, das ist lieb von Dir...

      Viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  9. Ich bin mir sicher das unsere Hunde uns lesen können, wissen wie unsere Gesichtsmimik ist wenn wir uns freuen oder ärgern, wie sich unser Körper in Stresssituationen anspannt oder aber auch entspannt wenn es uns gut geht. Sicherlich ist es nicht falsch bei Problemen in der Kommunikation mit seinem Hund mal zu schauen ob man sich nicht selbst das Problem ist. Blöd ist, wenn man - wie du es gemacht hast - alles verkopfst und 50x überlegst ob dieses oder jenes jetzt richtig ist? Wie soll dein Hund dich verstehen wenn du dich selbst nicht verstehst? ;)

    Mir persönlich hat "Das andere Ende der Leine" sehr geholfen. Vielleicht ist das ja ein Buch für dich?

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

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    1. Herzlichen Dank für Deinen konstruktiven Kommentar. Das Buch war eines der ersten Bücher, das ich gelesen habe.
      Eigentlich denke ich selten, sondern bin unbedarft und unbekümmert. Das Seminar zeigte mir, wie wichtig es ist und nun versuche es darauf zu achten. Das fällt mir aber schwer. Vielleicht auch, weil es auch so gut klappt.

      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  10. Kann denn die Socke(n)halterin Ihren Namen tanzen? Dann würde es bestimmt besser klappen.
    LG Ottimaks

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    1. Natürlich nicht. Zum Glück brauchte ich das bis heute noch nicht. Möchte ich eigentlich auch nicht....;o)

      Vielen Dank und viele Grüße
      Sabine ZN

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