Dienstag, 7. April 2015

52 Wochen / Woche 35


-    oder was uns die Erfahrung lehrt -
Fotoquelle


Liebe Blogleser,

mit dem Start – nun ja fast – der neuen Woche  beginnen wir mit unserem Buchprojekt  des lieben Fellmonsterchens.


Das neue Thema lautet:




Da ich  kinderlos bin, kann ich meinen Kindern leider gar nichts vorlesen. Während meines Studiums habe ich zwei Zwillingsmädchen gesittet und  habe  dabei natürlich auf die vorhandenen Bücher und mithin auf die Auswahl der Eltern zurückgegriffen. Also, auch keine Gelegenheit meine Lieblingskinderbüchervorzulesen.

Mein Alptraumbuch war das Märchen


Das kalte Herz von Wilhelm Hauff aus dem Jahr 1827. 


Ich habe bitterlich  geweint, dass ich das gute  Ende nicht mehr hören wollte. Auch der Hinweis, dass Märchen immer gut ausgehen und man auch dabei noch  etwas Gutes lernen kann überzeugte mich nicht. Ich wollte und habe das Märchen nicht zu Ende gehört. Mein älterer Bruder fand es nicht  so schlimm und  lies sich das Märchen bis  zum Ende vorlesen.


Aber da ich  ja jetzt erwachsen bin möchte ich doch gerne wissen, wie es ausgegangen ist. Wie weit ich damals das  Märchen gehört  habe, das weiß ich nicht. Also habe ich einmal eine Zusammenfassung des Märchens hier herausgesucht.

Peter Munk, genannt der Kohlenmunk-Peter, führt im Schwarzwald die Köhlerei seines verstorbenen Vaters, ist aber unzufrieden. Er träumt davon, viel Geld zu haben und angesehen zu sein. Da erfährt er, dass es im Schwarzwald einen Waldgeist, das Glasmännlein, Schatzhauser genannt, geben soll. Dieser erfüllt jedem, der, wie Peter Munk, an einem Sonntag zwischen elf und zwei Uhr geboren ist, drei Wünsche, wenn man ihn mit einem bestimmten Vers ruft. Und so ruft Peter  „Schatzhauser im grünen Tannewald, bist schon viel hundert Jahre alt. Dir gehört all Land, wo Tannen stehn – lässt dich nur Sonntagskindern sehn“ das Glasmännlein, das ihm die drei Wünsche gewährt. Den dritten allerdings nur unter Vorbehalt, falls er töricht sein sollte. Töricht ist schon Peters erster Wunsch: Er möchte besser tanzen können als der „Tanzbodenkönig“ und im Wirtshaus immer so viel Geld in den Taschen haben wie Ezechiel. Sein zweiter Wunsch ist allerdings vernünftiger: Peter wünscht sich eine stattliche Glashütte mit genug Kapital, sie zu führen.  Die Erfüllung eines dritten Wunsches versagt ihm das Glasmännlein erst einmal, damit er für später eine Reserve hat.
Peter wird schnell zum angesehenen Mann. Doch der fehlende Verstand für sein Geschäft macht sich bemerkbar. Seine Glashütte vernachlässigt er, geht nur noch ins Wirtshaus, und schnell ist er hoch verschuldet. Nur wenn er im Wirtshaus den reichen Ezechiel trifft, hat er stets genau so viel Geld in der Tasche wie dieser.
Das Unglück nimmt seinen Lauf, als Peter eines Abends plötzlich, statt beim Würfeln zu verlieren, nur noch gewinnt. Er zieht Ezechiel alles Geld aus den Taschen, bis dieser keines mehr hat – und Peter damit auch nicht. Am nächsten Morgen steht ihm der Amtmann vor der Glashütte, um diese zu pfänden. Vor lauter Unglück geht Peter in den Wald zum Holländer-Michel, der im Gegensatz zum Glasmännlein mit dem Bösen im Bunde steht. Der Michel erweist sich großzügiger als das Glasmännlein, fordert als Preis Peters Herz. Peter geht den Handel ein und muss bald feststellen, dass er sich an nichts mehr erfreuen kann, dass er nicht mehr lachen und weinen kann, keine Liebe empfindet und nichts mehr schön ist. Michel gibt Peter noch mehr Geld und rät ihm, sich eine Beschäftigung zu suchen und zu heiraten, um seine Langeweile zu vertreiben. Peter baut ein riesiges Haus arbeitet fortan als Händler und Geldverleiher zu Wucherzinsen. Er verjagt alle Armen, die vor seinem Haus betteln. Seiner alten Mutter gibt er nur ein Almosen und hält sie sonst von sich fern. Peter geht auf Brautschau, heiratet  isbeth, die aber  leidet und sich wünscht sich, Peter nie geheiratet zu haben. Als eines Tages ein alter, kleiner Mann vorbeikommt und um einen Schluck Wasser bittet, fühlt sich Lisbeth unbeobachtet und bietet ihm Wein und Brot an. In dem Moment kommt Peter zurück. Außer sich vor Wut schlägt er mit dem Holzgriff einer Peitsche auf Lisbeth ein, die sofort tot ist. Als Peter seine tote Frau sieht, bereut er sofort. Der alte Mann gibt sich als das Glasmännlein zu erkennen und erwidert, dass Peter die schönste Blume zertreten habe. Peter gibt dem Glasmann die Schuld, der sich darauf vor Zorn in ein Ungeheuer verwandelt. Nur um Peters toter Frau willen, die ihm half, gibt er Peter acht Tage Zeit, sein Leben zu überdenken. Peter schläft schlecht und hört Stimmen, die ihm sagen, er solle sich „ein wärmeres Herz verschaffen“. Die Leute, die Lisbeth vermissen, belügt er, indem er sagt, seine Frau sei überraschend verreist.
Schließlich geht er in den Wald und ruft das Glasmännlein, da er ja noch einen letzten Wunsch frei hat. Er will sein Herz zurückhaben, doch der Schatzhauser kann ihm nicht helfen, da der Handel „Geld gegen Herz“ nicht mit ihm gemacht wurde. Er verrät ihm aber einen Trick. Peter geht zum dritten Mal zum Holländer-Michel und behauptet, dieser habe ihn betrogen, er habe ihm nämlich gar kein Steinherz eingesetzt. Michel will ihm das Gegenteil beweisen und setzt ihm „zur Probe“ das echte Herz nochmals ein. Daraufhin nimmt Peter ein Glaskreuz, das er vom Glasmännlein erhalten hat, und streckt es dem Michel entgegen. Dadurch kann Peter den zornigen Michel von sich fernhalten und zum Glasmännlein fliehen. Nunmehr bereut er sein verpfuschtes Leben, woraufhin das Glasmännlein ihn mit seiner Mutter und der wieder zum Leben erweckten Lisbeth zusammenführt. Auf Anraten des Glasmännlein arbeitet er fortan fleißig als Köhler und wird auch ohne viel Geld zu einem anerkannten Mann. Zur Geburt seines Sohnes erhält er vom Glasmännlein vier Rollen voller Taler als Patengeschenk.

Nein, auch  heute gefällt  mir das Märchen  nicht und ich möchte es nicht mehr lesen geschweige denn jemanden vorlesen. Die  Schilderungen sind zu düster und recht  grausam.

Und nun der Schwenker zum Söckchen. 

Söckchen ist kein Märchen, sondern zum Glück unsere Realität. Socke macht mich nachhaltig glücklich, wie es Geld und Reichtum niemals tun können. Socke wärmt mein Herz und hat bei mir den Wunsch größer werden lassen, mich mehr für den örtlichen Tierschutz einzusetzen.  Mit Socke habe ich gelernt, anzunehmen was kommt, die schönen Momente zu genießen, um für die schlechten stark zu sein. Ich habe gelernt zu akzeptieren, was ich nicht ändern kann und dafür zu kämpfen, was mir wichtig ist. Ich glaube daran, dass es für alle Probleme eine Lösung gibt und daher brauche ich  keine drei freien Wünsche.


Nun sind wir gespannt, was uns die nächsten Wochen im Bücherprojekt bringen werden. Uns hat es wieder einmal viel Freude gemacht.

Viele liebe Grüße









*Das Bild stammt vom 28.02.2015 aus dem Wienburgpark Münster


Kommentare:

  1. Liebe Sabine,
    ich habe jetzt nur einen Teil von dem Auszug überflogen, weil ich heute kränkel und gleich wieder ins Bett will, nachdem ich mittlerweile die Kacheln im Badezimmer in- und auswendig kenne... Die Auszüge haben mir schon gereicht, das würde ich auch keinen Kindern vorlesen, glaube ich.
    Wie viel schöner ist dagegen doch das Foto vom Söckchen. ♥
    Liebe Grüße
    Die durchfallgeplagte Projektmuddi

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    1. Ach herrje, liebe Katrin. Ausgerechnet im Urlaub hat es Dich erwischt. Ich wünsche Dir schnelle Genesung und alle Liebe.

      Herzlichen Dank für Deine Zeilen und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  2. Liebe Sabine,

    ich glaube, du hast das Thema wieder einmal perfekt getroffen. Auch wenn das Märchen sehr düster ist, war zumindest das Ende doch lehrreich. Kleinen Kindern würde ich es aber auch nicht vorlesen, da gibt es viel schönere Bücher.

    Wuff-Wuff dein Chris

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    1. Du sagst es Chris. Heute gibt es schönere Geschichten, aus denen man auch etwas lernt.

      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  3. So war es früher aber nun mal, Märchen vorlesen oder vorsagen sollte nicht nur Spaß machen, weil Mama oder Papa die Kiddies so lieb hatten, sondern Märchen sollten auf das Leben vorbereiten. Und das war für die Kinder zu Zeiten von Hauff und Co. schon verdammt hart. Da waren die Märchen ein Fliegenpups. Also jedes Buch und jeder Text zu seiner Zeit. Unsere Mädels mochten auch keine Märchen. Allerdings hat es mir nicht geschadet und während meiner Theaterzeit habe ich mit dem Sinn und Unsinn und so manch tiefem Hintergrund von Märchen beschäftigt. Wen es interessiert, dem empfehle ich Bruno Bettelheim "Kinder brauchen Märchen". Zwar auch umstritten aber sehr interessant zu lesen.
    LG Ottimaks

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    1. Ich freue mich über so informative Kommentare. Richtig ist sicher, dass jede Geschichte ihre Zeit hat. Ich habe Märchen geliebt und habe sie auch viel vorgelesen bekommen. Dieses war aus meiner Sicht grausam….Vielleicht war ich einfach auch nur zu klein.

      Theater spielen, wie toll….Da schlummern ja noch mehr ganz hervorragende Talente in dem Fotografen und Fachmann für AS. Schön, dass man sich so etwas besser kennen lernen kann. Meine eigenen Theatererfahrungen beschränken sich auf die Oberstufe und dem Literaturkurs und meiner Hilfe als der Göttergatte mit Socke in der Saison 2012/13 auf den Städtischen Bühnen Münsters seinen Auftritt in der Verdioper der Barbier von Sevilla hatte. Ich war hinter der Bühne aktiv und half beim Tausch der Hunde…Eine herrliche Zeit…Aber das ist ein ganz anderes Thema.

      Vielen Dank und viele Grüße
      Sabine ZN

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    2. OK - Märchen sind alt, aber Eure Fotos sind älter. Immerhin aus dem Anfang des 3 nachchristlichen Jahrhunderts. ;-D

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    3. Ach ja übrigens, hier:
      http://www.kinder-jugendtheater.de/rueckblick/40-jahre-bilder/bilder-71-77/
      gibt es ein Bild aus meiner Theaterzeit unter dem Jahr 1975 (mit Kasperpuppen).
      Und hier:
      http://www.kinder-jugendtheater.de/rueckblick/40-jahre-bilder/78-81/
      1980 in Grün
      Und hier:
      http://www.kinder-jugendtheater.de/rueckblick/40-jahre-bilder/82-84/
      1985 als Dutz
      und noch mehr, aber das sprengt den Rahmen. Alles weitere im GE-Office - wenn gewünscht.

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    4. Märchen sind alt, aber unsere Fotos älter? Ich stehe auf dem Schlauch, aber so was von auf dem Schlauch. Kann mich da wohl die Fachkraft für AS runterholen?
      Oh, danke schön für die Links. Diese werde ich mir sicher am Wochenende einmal ansehen….Und danach sehen wir uns im Office ;o)

      Viele Grüße
      Sabine ZN, die morgen im HO arbeiten wird

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    5. Jetzte???
      *Die Bilder stammen vom 28.02.205 aus dem Wienburgpark Münster
      Ich weiß, ich bin Pedant. Aber so sind wir vom AS.

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    6. Ach soooooo, jetzt bin ich vom Schlauch herunter .....

      Wir sind fro, dass wir die AS haben....

      Vielen Dank und viele Grüße
      Sabine ZN

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