Mittwoch, 17. Januar 2018

Wie geht es denn nun dem Söckchen?

– oder eine ehrlicher Bericht in zwei Teilen -




Liebe Blogleser,

lange wollte ich nicht schreiben, was mit Socke ist. Und auch heute tue ich mich schwer damit. Aber ich möchte es gerne versuchen, denn es gehört auf den Blog als Erinnerung und dient mir auch zur Mahnung.


Ich erlaube mir bei meinem Bericht von vorne zu beginnen, damit es verständlicher wird. Zudem hilft es mir alles zu reflektieren und mich zu erinnern. Für alle die, die diesen Teil schon kennen, verweise ich auf meinen nächsten, morgigen Beitrag.

Und damit der Beitrag nicht zu textlastig wird, füge ich einige Bilder von Socke ein, die nichts oder wenig mit dem Thema zu tun haben. Die Bilder stammen alle aus dem letzten Jahr. Ich mag sie alle sehr gerne, denn sie zeigen auch, wie schön das Leben trotz all der Sorgen und Nöte rund um die kranke Socke,  ist.



Wie ihr wahrscheinlich wisst, hatte Socke 2013 eine Pankreatitis (Bauchspeichdrüsenentzündung) und eine - wahrscheinlich chronische -  Gastritis (Magenschleimhautentzündung). Es gilt zu vermuten, dass die Gastritis durch eine Schneegastritis 2010 verursacht, nie ausgeheilt und somit chronisch wurde. Im Rahmen einer Endoskopie 2015 wurde festgestellt, dass der Magen extrem entzündet ist. Der Tierarzt sprach von großen blutigen schuppenartigen Wülsten, aber auch der Dünndarmeingang und der Zwölffingerdarm waren bereits entzündet.


Socke bekam erst täglich Cortison, einen sog. Magenprotonenhemmer, der die Magensäure bindet und eine Magensuspension, die sich über die Magenschleimhaut zum Schutz legt. Wir begannen für Socke nach Anweisung der Tierklinik zu kochen und gaben ihr das Futter auf viele Portionen verteilt. Zu Beginn der Therapie sechsmal, später viermal am Tag.


Unser Tierarzt war zufrieden mit Socke und sagte immer „never change a running system“. Wir waren durchaus froh über diese Haltung, denn manchmal möchte man einfach gedanklich zur Ruhe kommen können. Die Zeit seit der Pankreatitis bis zur Therapie nach der Endoskopie war sehr sorgenvoll und anstrengend. Sockes Immunsystem war zudem auch derart geschwächt, dass Socke immer wieder Infektionen bekam. Neben Otitis (Ohrenentzündung), Bindehautentzündung, Rachenentzündung (Pharyngitis),  Magen-Darm-Infekte,litt Socke auch an einer  Blepharitis (Lidentzündung). Zudem ist Socke kein Versuchskaninchen. Wir versuchten im Laufe der Zeit das Cortison immer mal wieder auszuschleichen und wollten es alle drei Tage anstatt alle zwei Tage geben. Doch wir hatten das Gefühl, dass es Socke so wieder schlechter ging, sie mehr Sodbrennen pp. hatte. Wir sorgten uns und blieben bei der Dosierung.


Ich wünschte mir, dass Sockes Bauchspeicheldrüsenwerte öfter kontrolliert worden wären, aber der Tierarzt meinte, dass wir mit dem Wert nichts anfangen könnten, solange es Socke gut geht und wir sie entsprechend ernähren und medikamentös behandeln. Für mich klang  das logisch, denn Socke ging es so ja ganz gut.  Also blieb es so. Im Oktober 2016 Socke mochte dann ihre Magensuspension am Abend nicht mehr nehmen. Diese bekam sie, um das nächtliche Sodbrennen, das Schmatzen und Pfotenlecken,  das durch die lange Zeit des leeren  Magens auftrat, zu vermeiden.


Nachdem ich dann noch über die Nebenwirkung der Magensuspension las, war für uns klar, dass wir das Mittel absetzen und Socke stattdessen in der Nacht einmal füttern wollten. So ist der Magen nicht lange leer und die Folgen des starken Sodbrennens lassen sich vermeiden.   Ich weiß, dass es ganz viele pflanzliche und natürliche Mittel zur Verhinderung von Sodbrennen gibt. Seid gewiss, dass wir viel probiert hatten, nichts half und vor allem macht die Gabe von Cortison vieles unmöglich.
Es blieb also bei der Gabe von 1,25mg Cortison alle zwei Tage, beim Magenprotonenhemmer einmal täglich sowie einer Nachtfütterung.


Im vorletzten Sommer begann Socke an zu husten. Der Tierarzt stellte eine Luftröhrenentzündung  fest und behandelte Socke entsprechend. Leider ging der Husten nicht gang weg. Das lag auch daran, dass die Therapie frühzeitig abgebrochen werden musste, weil Socke diese nicht vertrug und fürchterliche Magenprobleme bekam. Es wurde vermutet, dass der Rachen nicht mehr entzündet war, sondern dass das Sodbrennen so stark sei, dass Magensäure  in Luftröhre fließe und diese reizt.


Wir konsultierten die Tierheilpraktikerin, die uns – wegen des Hustens -  zunächst nach Herzproblemen fragte. Das Herz wurde beim Tierarzt, insbesondere, weil Socke ja auch immer mal wieder sediert werden musste,  nicht als problematisch gesehen. Insofern blieb es bei der Vermutung der überschießenden Magensäure. Wie blöd war ich, dass ich diese Frage nicht zum Anlass genommen habe, Sockes Herz  noch einmal untersuchen zu lassen. Schließlich wurde es immer nur abgehört, eine Blutuntersuchung – wie zuletzt – erfolgte nie. Zudem kenne ich einige alte Hunde der Nachbarschaft mit eben diesem Herzhusten. Nein, ich war zu sehr auf den Magen fixiert.


Wir unternehmen - auch mit Unterstützung der Tierhailpraktikerin - alles, um Socke magentechnisch gesund zu halten. Wir kochten für Socke, hielten die Fütterungszeiten recht genau ein, achteten auf die richtige Temperatur des Futters, standen nachts auf, um zu füttern und vermieden Stress und Unruhe. Wir versuchten Socke das zu bieten, was sie gerne macht und verzichteten also auf Hundetreffen oder machten größere Unternehmungen oder Seminarbesuche nur noch zu dritt.


Der Husten blieb, mal stärker mal schwächer. Im Oktober teilte uns unser Tierheilpraktikerin mit, dass sie ihre Praxis schließen werde. Wir wollten aber wieder einen/eine  Tierheilpraktiker/- in an unsere Seite wissen und so passte es gut, dass wir auf einem Spaziergang das Rudel von Adriale Terrier Aisha trafen. Aisha war leider nicht mehr dabei, denn sie ging mit 14 Jahren über die Regenbogenbrücke. R.I.P. und run free, Aisha.  


Im Gespräch erfuhren wir, dass auch Aisha in den letzten vier Jahren von einem Tierheilpraktiker behandelt wurde und unter anderem eine Mikroorganismenlösung bekommen hat, die ihr richtig gut tat. Mikroorganismen sind Eiweiße auf Hefebasis, die den Darmbakterien dienlich sind. Socke hat schon viel Antibiotika bekommen und die danach verabreichten Darmkuren vertrug Socke nicht gut und bekam Durchfall davon. Hier sah ich eine Chance für Sockes Darm etwas Gutes zu tun. Und natürlich hoffte ich, dass man sich Sockes,  durch die vermeintliche Magenerkrankung verursachten,  Husten annehmen konnte.


Schnell war der Name notiert und wir beschlossen noch vor dem Urlaub auf Rügen einen Termin zu machen.

Zum Beginn des Termins stellte sich heraus, dass der Tierheilpraktiker vor allem auch Tierarzt ist. Ich gebe zu, dass ich die Praxis nicht gegoogelt habe, sondern – im Rahmen der anstrengenden Urlaubsvorbereitungen – nur einen Termin machte.

Nur saßen wir bei einem Tierarzt, der uns sagte, dass er Socke erst einmal untersuchen müsste, um die Ursache ihrer Beschwerden, also des Hustens, zu finden, um dann zu überlegen, wie er sie ggfls. homöopathisch behandeln könne. Das ist eigentlich logisch und wir stimmten zu.


Damit möchte ich gerne meinen Bericht für heute beenden.  Morgen geht es weiter und ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr Lust habt, mich auch hier zu begleiten.

Viele liebe Grüße

Kommentare:

  1. Liebe Sabine
    Sorgen um einen lieben Menschen oder ein liebes Tierchen ähhhh Familienteil...
    sind belastend... und ich hab auch festgestellt, ich muss immer Fragen, meine Meinung sagen, mit der Tierärztin diskutieren...
    So haben wir versucht Tibi zu helfen.
    Ja und die größte Hilfe fand ich im Internet...
    Ganz liebe Grüße
    Sylvia und Tibi

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    1. Ich suche nicht im Internet und bin auch immer skeptisch, wenn mir andere Hundehalter etwas empfehlen. Dabei kenne ich Eure Erfolgsgeschichte. Dabei merke ich aber auch, dass Tierärzte eben auch nicht alles können oder nur so gut sind, wie die Halter…
      Ich denke wir sind auf dem richtigen Weg, wobei dieser sicher noch lang ist….

      Vielen lieben Dank, alles Liebe und Gute für Tibi und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  2. Da hat das arme Söckchen ja schon einiges durch. Leona hat ja auch Probleme mit der Bauchspeicheldrüse, aber bei ihr scheint das Alles nicht so schlimm wie bei Socke. Sie darf nur sehr fettarm fressen und wir machen 2mal jährlich ein Blutbild. Leider war beim letzten ihr Wert etwas erhöht. Nun müssen wir wieder strenger mit ihr und dem Futter sein.
    Es ist schlimm, wenn ein Familienmitglied krank ist. Leider passieren dabei auch unschöne Dinge. Unser Parcival hat arge Leberprobleme und wir haben jahrelang nicht verstanden, dass es mit dem Gras zu tun hat. Erst ein Durchschauen der Blutbilder brachte mich darauf, weil die Blutbilder zur Weidesaison immer viel schlimmer waren wie die im Herbst/Winter. Da kam der Tierarzt auch nicht drauf, wir haben ihn also jahrelang auf Dinge behandelt, die er gar nicht hatte und ihn Dinge ausgesetzt, die er nicht vertrug. Alles im Glauben, dass der Tierarzt recht hat damit, dass es Leberegel sind. (Wobei es mir irgendwann komisch vorkam, dass er die jedes Jahr bekommt, obwohl die bei Pferden sehr selten sind).
    Man versucht einfach sein Bestes und manchmal ist man so in einem Trott drin, auch die Tierärzte, dass man immer in die gleiche Richtung denkt.
    Liebe Grüße
    Auenländerin

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    1. Bei Socke ist es scheinbar heute mit der Bauchspeicheldrüse auch nicht so schlimm. Wahrscheinlich ist es eher der Magen, aber wir wissen es nicht. Um das genau sagen zu können, müsste man eine Endoskopie machen. Aber man legt Socke ja nicht immer wieder in eine tiefe Narkose.

      Natürlich tut es mir so leid, dass Parcival so lange leiden musste und falsch behandelt wurde, aber es tut mir auch gut, zu wissen, dass es nicht nur mir so ging… Ich mache mir schreckliche Vorwürfe. Und das Beste habe ich nicht gegeben. Ich habe akzeptiert und mich teilweise auf den Ergebnissen und Empfehlungen ausgeruht.

      Vielen lieben Dank, alles Liebe und Gute Deine Tiere und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  3. Auch ich weiß genau wie das ist, wenn man sich ständig Sorgen macht. Allein durch Rico letztes Jahr. Wir sind so froh das wir das gröbste Überstanden haben, jetzt nur alle paar Monate seine Blutwerte kontrollieren, das Futter im Auge behalten und die Leber unterstützen. Damit kann ich (und vor allem er) zum Glück sehr gut Leben.
    Bin gespannt wie es mit eurem Bericht weiter geht.
    Liebe Grüße
    Jasmin mit Nora, Rico und Sam

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    1. Diese Sorgen und diese Gedanken zermürben wirklich, dabei braucht m. E. eine souveränen Tierhalter. Ich bin nicht immer souverän und habe nicht immer das Beste für Socke getan. Mich belastet das sehr.

      Heute Abend geht es weiter…

      Vielen lieben Dank, alles Liebe und Gute für Rico und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  4. Liebe Sabine,

    ich kann aus Erfahrung sagen, dass man gar nicht immer an alles denken kann - egal wie sehr man sich bemüht. Gerade bei unseren Hunden ist der Tierarzt des Vertrauens nun mal der Ansprechpartner und man verlässt sich auf die Aussagen. Natürlich ist es auch ab und an mal gut eine zweite Meinung zu hören - aber man geht doch nicht ganz bewusst auf die Suche nach einer anderen Meinung, wenn man eine Diagnose hat mit der man eigentlich gut leben kann. Das macht man doch nur, wenn man entweder auf eine andere Diagnose hoft oder Zweifel an seinem Tierarzt hat. Und ihr tut so viel für das Söckchen ... und eure Suche nach ständiger Verbesserung der Versorgung hat euch doch auch zu der neuen Diagnose geführt.
    Von daher bin ich sehr gespannt auf den zweiten Teil Deines Beitrags und die neuen Ergebnisse.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow
    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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    1. Ich danke Dir sehr für Deine Zeilen, die so lieb sind. Und in gewisser Weise hast Du Recht. Als der Socke-nHalter erkrankte sind wir auch nicht von Arzt zu Arzt gegangen. Gut, eine zweite Meinung zur OP hat er sich schon geholt, aber dann ist er bei dem Arzt geblieben, der im zur OP geraten hat.

      Aber Socke kann sich nicht artikulieren und da fühle ich mich einfach noch mehr verantwortlich. Und auch wenn wir uns immer um Socke bemühen, so haben wir auch ganz schön viel falsch gemacht und meine Sorge ist, ob wir es jetzt richtig machen. Manchmal wird mir das alles zu viel und ich mag nicht mehr denken und entscheiden. Aber natürlich sind wir hier tapfer und tun alles für Socke….

      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  5. Das ist schon eine ganz schön lange Zeit, dass Socke jetzt Probleme hat. Und irgendwie deutet dein Text daraufhin, dass es nicht besser geworden ist - oder interpretiere ich da - hoffentlich - zu viel rein?!
    Liebe Grüsse
    Nadine mit Ciarán

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    1. Ja, Socke ist schon sehr lange krank und wir versuchen hier alles für sie zu tun. Wir hoffen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Heute Abend berichte ich weiter und ganz so negativ ist es zum Glück nicht.

      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  6. Solche Zeiten kenne ich zur genüge und kann mir vorstellen, wie es Dir dabei geht. Naturheilverfahren sind immer eine gute Alternative, zumal wenn sie sich mit der tierärztlichen Kompetenz kombinieren lässt.
    Ich bin auf den nächsten Bericht von Euch gespannt und wünsche Euch, dass es Euch gut nach und nach besser geht.
    Liebe Grüße
    Manuela mit Merlin & Camino

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    1. Es tut mir natürlich sehr leid, dass Du solch schlimme Zeiten erleben musstest. Wir sind immer bemüht Socke, so wenig Medikamente zu geben wie nötig und haben gute Erfahrungen mit der Alternativmedizin gemacht.

      Der Bericht geht heute weiter….

      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  7. Ohje, die Sorgen reißen nicht ab. Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben. Wenn man jahrelang zu einem Tierarzt geht und Vertrauen hat, verlässt man sich auf seine Diagnose. Wahrscheinlich war er auch vollkommen auf die Magengeschichte fixiert. Manchmal ist eben eine andere Sichtweise ganz gut. Ich drücke euch und Söckchen ganz fest die Daumen das der neue Tierarzt helfen kann.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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    1. Das ist lieb von Dir… Ich gebe zu, dass ich sehr froh war eine Diagnose zu haben und diese behandeln zu können. Aber wie sich gezeigt hat, ist es nicht gut, sich darauf auszuruhen. Nun kann ich es nicht ungeschehen machen und eigentlich für die Zukunft anders handeln.

      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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