Sonntag, 23. August 2015

Zufriedenheit auf allen Seiten...

- oder auf einem Morgenspaziergang  -
Socke im August 2015


Liebe Blogleser,


ich hatte ja hier davon berichtet, dass Socke und wir ein eingespieltes Mensch-Hunde-Team sind, bei dem sich der eine auf den anderen verlassen und ihn einschätzen  kann. Und daher hat auch jeder seine Freiheiten und Freiräume.

Ich weiß, dass dies nicht mit jedem Hund möglich ist, aber mit Socke ist das möglich. Das liegt sicher schon in der Rasse des Tibet Terriers begründet, ist Sockes individuellen Wesen und ihrem Alter geschuldet und hat vielleicht auch etwas mit unserer Einstellung zur Hundeerziehung zu tun.


Wir nehmen Socke so wie sie ist, haben  nie versucht sie zu ändern,  geschweige denn sie zu bechen, sondern sie so angenommen, wie war als sie mit 3,5 Jahren zu uns kam. Wir bekamen keinen Welpen, den man prägen und erziehen konnten, sondern einen erwachsenen Hund, der selbst Welpen hatte und ein komplett anderes Leben gelebt hat, als es ihn nun erwarten würden. Sockes Vertrauen, ohne Jammern und Jaulen mitzukommen,  wollten wir nicht durch Strenge und übermäßige Reglementierung und Dauererziehung zerstören. Und es zeigte sich, dass dies bei Socke auch kaum nötig ist. Natürlich gab es bei uns andere Regeln, aber die lernte sie von ganz alleine. Es fügte sich mehr, als es passend gemacht werden musste.


Und so muss ich sagen, dass Socke und wir relativ gleichberechtigt zusammenleben. Folglich entscheide ich Dinge, die mir wichtig sind und ich nehme mich zurück, wenn es mir weniger wichtig ist als Socke.

Ein kleines, wenn auch banales Beispiel haben wir für Euch.


Es gibt Tage, da hat Socke morgens wenig Lust auf eine lange Morgenrunde. Es genügt ihr nahezu, ihre Geschäfte zu verrichten, um dann wieder heim zu gehen. Ich habe damit eigentlich auch kein Problem, denn ich muss nicht zum Erreichen irgendwelcher vermeintlich wichtigen Gassizeiten spazieren gehen.

An diesem Morgen hatte Socke keine Lust weiterzugehen. Sie zog in die Richtung, die uns auf dem kürzesten Weg nach Hause führte. Ich hingegen wollte noch ihre Hinterlassenschaften  beseitigen, was uns in die andere Richtung zu gehen zwingt. 
Ich möchte nach Hause.

Wir müssen noch etwas entsorgen, Socke.

Ich erklärte Socke, dass ich zum Mülleimer gehen muss, neue Beutel brauche und sie jetzt mitkommen muss. Danach könne sie den Weg nach Hause frei wählen. Das hört sich jetzt sicher blöde an, aber ich sage Socke das wirklich so. Ganz leise, aber ich sage es, denn ich glaube, wenn ich es leise ausspreche, bin ich authentisch. Gesagt getan.
Also gut, wir gehen zur Dogstation.









An der Weggabelung entschied sich Socke für den längeren Weg, weil wir meist auf dem gepflasterten roten Weg ein wenig üben. Also, die Morgenrunde wird länger, aber es gibt auch ein paar Übungen, bei denen Socke sich ein paar Leckerchen verdienen kann.

 Gehe ich den kurzen Weg durch den Wald zurück?


 Oder diesen Weg?
Ich habe mich für den roten Weg entschieden.

Der ist länger....

....aber abwechslungreicher mit Übungen...

...und  auch ....

..viiiiiiiieeeeel.....

...leckerer.


Schon fertig ( heißt bei uns "alle-balle-bauz")



Recht zufrieden sind wir dann nach Hause gegangen, ....



....haben noch Sockes Lieblingskatze aus der Nachbarschaft getroffen, mit der Socke gelegentlich spielt.


Wir haben abschließend noch eine Übung am Hause des Wolfshundes (Sockes persönlichem Feindbild) gemacht ....
Ziel ist es Socke so zu beschäftigen, dass sie dort nicht in wildes Bellen verfällt.


....bevor es dann in den Garten zum Ballspielen ging.
 

Mir war es wichtig, dass wir den Beutel entsorgen konnten und da habe ich mich auch durchgesetzt. Dann aber durfte Socke den Weg festlegen, den ich ihr noch mit ein paar Übungen versüßte. Am Ende waren wir beide zufrieden, was für mich das Wichtigste ist. 
Wie macht Ihr es mit Euren Fellnasen und was haltet Ihr von meiner Einstellung?
Viele liebe Güße


Kommentare:

  1. Mit der Lieblingskatze spielen? Ach du grüne Neune, für mich nicht einmal denkbar.
    Gruss Ayka

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    1. Ja, hier gibt es keine Probleme mit Katzen, aber mit Joggern und Radfahren...Wobei dies zunehmend unproblematischer wird.

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  2. Liebe Sabine,

    ich finde es toll, dass Socke und ihr so gleichberechtigt lebt. Hier gibt es natürlich ein paar Grundregeln, die eingehalten werden müssen (wenngleich das auf Besuch woanders nicht immer klappt :-)). Ansonsten genieße ich auch einige Freiheiten. Seit einigen Wochen mag ich zum Beispiel nicht mehr dauernd mit ins Büro gehen. Das zeige ich sehr deutlich und darf dann auch zu Hause bleiben. Ganz nebenbei zwinge ich Frauchen, des schlechten Gewissens wegen, auf diese Weise, pünktlich Feierabend zu machen, damit ich nicht zu lange alleine bleiben muss. Du siehst, Erziehung geht auch andersrum :-) Beim Morgenspaziergang habe ich mich auch durchgesetzt. Mag ich nicht so weit laufen, darf ich den Spazi auch früher abbrechen, als eigentlich geplant. Wir haben da also ganz ähnliche Regeln.

    Wuff-Wuff dein Chris

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    1. Dann reichen wir uns die Pfote. Dies ist unser Weg und er passt zu uns......Schön,dass Du nicht ins Büro musst und Dein Frauchen so in den frühen Feierabend kommt.


      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  3. Hey Sabine und Socke,
    ich finde euren Umgang miteinander ja ohnehin toll. Jeder muss selbst gucken, inwieweit er seinem Hund vertrauen kann und ihm entgegen kommen will. Leider haben ja viele Hundehalter Angst um ihre vermeintliche Stellung als "Alphatier", wenn der Hund auch mal eine Entscheidung treffen darf.
    Bei uns ist das situationsabhängig. Es gibt durchaus Situationen, in denen Abra mit ausgestreckter pubertärer Mittelkralle versucht, bestehende Regeln zu brechen (die vor Schabernack funkelnden Augen aufs Frauchen gerichtet, um zu gucken, wie ich auf die Provokation reagiere). Oft darf sie auch ihren eigenen Kopf durchsetzen. Aber anders als die weise, erwachsene Socke, ist sie ja auch noch kein "Verlasshund", sondern ein Teenie. ;-)
    Liebe Grüße, Mara und Abra

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    1. Ich denke, dass es auch wichtig ist, dass jeder Hundehalter es so macht, wie es zu seinem Hund und seinem Leben passt. Wir haben unseren Weg gefunden, den wir niemanden aufdrängen wollen. Um Gottes willen, nein. Alphatier möchte ich nicht sein, weil ich Socke so verlieren würde.

      Socke und Abra kann man bestimmt nicht vergleichen, was man sicher nicht nur mit dem Alter begründen kann.....
      "Ausgestreckter pubertärer Mittelkralle" das gefällt uns. Ha, ha, ha....

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  4. Moin ihr Zwei,

    Moe hat einige Regeln, die er einhalten soll und bei diesen sind wir auch konsequent. Trotzdem gibt es immer wieder Situationen, in denen ich ihn entscheiden lasse. Beispiel Spaziergang, das ist es ähnlich wie bei euch: Wenn Moe keine Lust mehr hat, ok, dann nicht! Dann gibt es schon einen Grund dafür, denn Moe ist immer mit Feuereifer dabei und ist gerne draußen.

    Anderes Beispiel: Spielen. Klar initiiere ich auch immer mal wieder ein Spiel. Aber das nach Hundetrainer-Manier zu machen, liegt mir gar nicht (es wird nicht gespielt, wenn der Hund das will, der Mensch ist der Boss). Ich finde es klasse, wenn Moe mich / uns auffordert.

    Von daher: Wichtig ist doch, wie man als Rudel zusammen leben möchte und wie es am Schönsten für alle ist. Ich mag euren Weg, da er ähnlich wie unserer ist. :-)

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Ja, genau beim Spiel lassen wir uns auch von Socke zum Spiel auffordern. Das hatte uns eine Hundetrainerin aber empfohlen, weil Socke das nicht so kannte und ein sehr ruhiger Hund ist. Manchmal passt es nicht und wir spielen nicht mit, oft beenden wir auch das Spiel, wenn wir merken, dass die Luft raus ist und es dem Ende zu geht...

      Dein Fazit finde ich klasse und unterschreibe ich sofort....


      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  5. Deine Einstellung gefällt mir sehr. Ich hatte fast immer Welpen, aber die wenigen erwachsenen Hunde durften auch einige Eigenheiten behalten. Isi ist ja bei uns geboren, aber auch sie darf manchmal den weg bestimmen, den wir laufen.
    Liebe Grüße Heidi mit Isi

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    1. Das freut mich sehr. Als Züchterin muss man sein Rudel ganz anders halten und es muss funktionieren. Wenn Du dennoch Freiräume schaffen konntest, finde ich das prima. Und die liebe Isi hat es doch eh so gut bei Euch....;o)


      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  6. Liebe Sabine,

    ich kann Dich gut verstehen ... und auch bei uns ist es in einigen Dingen sehr ähnlich :) Regeln gibt es überall - aber es gibt auch viele Situationen in denen wir den Hunden einfach ihre Freiheiten und auch ihren Willen lassen.
    Mit Laika sind wir sehr oft umgedreht, weil der Weg ihr nicht gefallen hat ... und warum hätte ich sie zwingen sollen einen bestimmten Weg zu gehen, wenn jeder andere Weg für mich auch gangbar war. Wenn Cara gerne länger im Garten toben will - und wir nichts vorhaben - warum muss sie dann zwingend in die Wohnung kommen, nur weil wir eingehen :)
    Ich finde es toll, dass ihr euren gemeinsamen Weg so harmonisch findet und jeder Rücksicht auf den anderen nimmt.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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    1. Ja, jeder Hund ist anders und jeder Hund braucht etwas anderes....Ich finde es immer schön, wenn man seinem Hund auch Freude bereitet und Freiräume schafft. Ich verstehe aber auch, wenn es nicht geht. Und Cara mehr Toberunden zu gewähren finde ich wunderbar für die kleine Maus.....


      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  7. Eigentlich werden unsere Routen immer so ausgewählt, dass beide zufrieden sind. Allerdings, dieses "Willst Du lieber hier oder dort hin" - auch ganz leise - liegt uns nicht. Auch denke ich, dass es dem Hund nicht wie uns Menschen ein Gefühl, des Verstanden werdens im menschlichen Sinne (also Zufriedenheit) gibt. Ich bin eher der Ansicht, der Hund braucht Regeln, und die fordert er ein. Und das macht ihn zufrieden im Sinne von ausgeglichen. Diese Regeln haben aber einen großen Ermessensspielraum (Juristendeutsch woll?). Meine wEf denkt da anders drüber. Ist aber auch OK!
    LG aus Otti
    Michael

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    1. Ich freue mich über die ausführliche Antwort und kann jede andere Auffasung gut verstehen. Da sprechen Reiter, die meist einen anderen Umgang mit ihren Hunden pflegen, was nicht negativ ist. Aber ein Tibet Terrier ist dabei auch nicht der richtige Hund.

      Hier wird weiter geflüstert .......


      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  8. Puh, ich bin nicht die einzige, die mit dem Hund redet ;-)
    Bei uns gibt es die Regel, dass ich entscheide, wann Zingara entscheiden darf. ;-)
    Liebe Grüsse
    Nadine mit Zingara

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    1. Ja, ich rede auch mit Socke. Dabei glaube ich natürlich nicht, dass Socke meine Worte versteht. Ich glaube aber, dass ich überzeugender bin, wenn ich mir das Kommando oder die Erläuterung leise vorsage. Also ist das Reden eigentlich für mich. Blöd, nicht wahr? Aber ich habe gute Erfahrung damit gemacht.....

      Deine Regel ist gut, wird hier ja auch so gelebt.

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  9. Huhu Söckchen und Sabinchen,

    ich finde, wir entscheiden sooo viele Dinge für unsere Hunde. Wann sie fressen, was sie fressen, wie sie fressen, wo wann wie sie schlafen, ob wo und wann sie sich lösen, wann gespielt, wo gespielt wird, was gespielt wird ... usw.
    Da finde ich es gut, wenn man auch mal den Hunden (banale) Entscheidungen überlässt. Das stärkt das Selbstbewusstsein und euer Vertrauensverhältnis - meiner Meinung nach :)

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

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    1. Du hast so Recht und ich danke Dir für diesen Kommentar. Wir entschieden wirklich so viel für unserer Fellnasen. Wir regeln ihr Leben rund um die Uhr. So richtig bewusst machen wir uns das gar nicht.....Ich habe kein Problem damit Socke Entscheidungen treffen zu lassen, wenn es ihr in dem Moment wichtig ist. ja, vielleicht stärkt das sogar die Bindung....

      Herzlichen Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  10. huhu, toll das socke auch entscheiden darf. wir handhaben es ähnlich. sandy liebt es auf dem rasen zu liegen und zu entspannen und schaut mich immer schon an...bitte ein wenig entspannen... machen wir dann auch oft.
    finde es immer so toll wie du mitten aus dem alltag schreibst. sehr interessant.
    LG Vanni mit Anhang

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    1. Ich glaube auch, dass die meistens Hundehalter so mit ihren Hunden umgehen und gleichberichtigt leben. Manchmal lässt es aber vielleicht nicht der Charakter des Hundes zu oder die Zeile des Hundehalters.

      Wir haben ja nur unseren Alltag von dem wir berichten können und dieser gehört natürlich in unser virtuelles Tagebuch. Es werden all die kleinen und großen Dinge vom Leben mit Socke berichtet, an die wir uns irgendwann einmal erinnern möchten….

      Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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